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Remscheid
In Zukunft investieren und Stellen streichen

Remscheid: In Zukunft investieren und Stellen streichen
Die Animation zeigt das geplante Gebäude des neuen Forschungszentrums von Vaillant an der Berghauser Straße.
Remscheid. Die Doppelstrategie von Vaillant: Zum einen entsteht im nächsten Jahr an der Berghauser Straße ein Entwicklungszentrum für 54 Millionen Euro, zum anderen wird Produktion ins Ausland verlagert. Von Christian Peiseler

Noch vor Weihnachten plant die Konzernspitze von Vaillant ein Gespräch mit den Arbeitgebernehmervertretern, wie der geplante Abbau von 80 Stellen bis 2020 am Standort Remscheid vonstattengehen soll. Laut Konzernsprecher Dr. Jens Wichtermann soll der Abbau ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen.

Der Wegfall der Arbeitsplätze in Remscheid ist vor dem Hintergrund einer neuen Strategie der Vaillant Group zu sehen, von der auch der Heimatstandort in mehrerer Hinsicht betroffen ist. Zum einen wird er weiterentwickelt zu einem Forschungs- und Entwicklungszentrum. Die Bauarbeiten für das 23 000 Quadratmeter große Zentrum sollen im Spätsommer des nächsten Jahres beginnen. Die Einrichtung entsteht unmittelbar neben der Produktfertigung an der Berghauser Straße. Es besteht aus einem Test- und zwei Innovations-centern, in denen künftig ein Team aus über 500 Mitarbeitern gemeinsam an der Entwicklung von Zukunftstechnologien arbeiten wird. Dazu zählen alle an der Produktentstehung beteiligten Mitarbeiter aus den Bereichen Einkauf, Qualität, Supply Chain, Industrial Engineering und Design. Erstmalig arbeiten alle Fachabteilungen in einem Zentrum unmittelbar zusammen. Von kurzen Wegen erhofft sich Vaillant mehr Synergien, um seine Zukunftstechnologie zu entwickeln. Die Investition von 54 Millionen Euro in den Heimatstandort bedeutet aber auch, dass sich die Produktpalette ändert, die künftig in Remscheid hergestellt wird.

Das Werk an der Berghauser Straße übernimmt vom Werk Gelsenkirchen die Fertigung von Wärmepumpen und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Ziel ist es, in Remscheid künftig die Herstellung technologisch anspruchsvoller Produkte und deren Entwicklung eng miteinander zu verzahnen, um einen reibungslosen Entwicklungs- und Produktionsprozess von immer komplexeren Heizsystemen an einem Standort sicherzustellen, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns. Gleichzeitig ist eine Verlegung der Ersatzteil- und Komponentenfertigung in die Slowakei geplant. Die Verlegung ins Ausland ist auch der Grund für den Abbau der Arbeitsstellen vor Ort.

Bei den Arbeitnehmervertretern stößt die Entscheidung auf Kritik. "Von der sozialen Verantwortung, mit der sich Vaillant im eigenen Internetprofil bewirbt, ist nicht mehr viel zu spüren", sagte Norbert Lux, der Gewerkschaftssekretär der IG Metall Remscheid-Solingen, bei einer Demo am vorigen Freitag vor dem Hauptgebäude.

Quelle: RP
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