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Remscheid
Innovation gehört nicht auf die lange Bank

Remscheid: Innovation gehört nicht auf die lange Bank
FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Remscheid. "Ohne Mut, etwas auszuprobieren, hat man als Unternehmer schon verloren", sagt Dr. Peter Dültgen von der FGW. Von Stefanie Bona

Innovation ist für einen Wirtschaftsbetrieb die Versicherung für die Zukunft. "Ein Unternehmen muss sich heute fragen, ob das, was gerade Erfolg hat, auch in zehn Jahren noch gefragt ist. Keinesfalls darf man sich darauf ausruhen, dass es aktuell gut läuft", sagt Dr. Peter Dültgen, Geschäftsführer der Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe (FGW) in Remscheid. Beim ersten Remscheider Innovationstheater gehörte er zu den vier Referenten, die über die Bedeutung von Veränderungsprozessen im betrieblichen Alltag sprachen.

"Ohne Mut, etwas auszuprobieren, hat man als Unternehmer schon verloren", ist Dültgen überzeugt. Er selbst hat bei der FGW vor zwei Jahren einen neuen Forschungsbereich eingeführt, der sich inzwischen als vielversprechendes Standbein entwickelt hat. "Uns fehlte ein zukunftsweisendes Thema, das uns neben der Werkzeugindustrie auch für andere Branchen interessant machte", erinnert er sich. Durch das Zentrum für angewandte Formgedächtnistechnik (ZAF) wurde ein innovatives, leichtes und vielseitig einsetzbares Material in den Mittelpunkt der anwendungsorientierten Forschungstätigkeit gerückt, das etwa in der Antriebstechnik und im Maschinenbau eine zunehmend bedeutende Rolle spielt. Inzwischen hat sich das ZAF als eine Abteilung mit großem Potenzial innerhalb der Forschungsgemeinschaft entwickelt.

"Das Interesse ist riesengroß und hat uns zum Beispiel in der Automobilindustrie oder der Gebäudetechnik ins Gespräch gebracht", beschreibt der Diplom-Ingenieur die wachsende Resonanz, die sich auch in neuen Aufträgen niederschlägt. Wenn man sich die Erfolgsgeschichten vieler bergischer Unternehmen anschaue, finde man für unternehmerische Weitsicht `zig Beispiele. Ein fataler Fehler sei es, den Gedanken an Innovation oder neue Geschäftszweige auf die lange Bank zu schieben. "In guten Zeiten ist es immer leichter, neue Weichen zu stellen." Denn erweise sich lange Bewährtes als nicht mehr zielführend und gerate man mit den Umsätzen gar in eine Abwärtsspirale, sei es nicht mehr so einfach, die Banken für die Finanzierung neuer Geschäftsideen zu gewinnen. "Wenn es dem Unternehmen gut geht, hat man die Muße und die Zeit, sich mit der Zukunft zu beschäftigten. Und man hat meistens den Spielraum, auch mal eine Geschäftsidee aufzugeben, wenn man mir ihr baden gehen sollte." Die Kernbotschaft, die Dültgen beim Innovationstheater an gestandene Unternehmer und Neugründer im Publikum vermitteln wollte, sei an sich nicht neu. Sie aber anhand des konkreten Beispiels ZAF zu erläutern, habe vielleicht noch einmal dazu beigetragen, die Innovationsbereitschaft der Unternehmer noch einmal neu zu beleuchten.

Quelle: RP
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