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Remscheid
Innung warnt: "Dach-Haie" gehen auf Kundenfang

Remscheid. Betrüger gaukeln oft älteren Hausbesitzen vor, ihr Dach sei undicht. Sie richten eher Schäden an und kassieren ab.

Im Raum Wuppertal/Remscheid sind vermehrt betrügerische Handwerkerkolonnen mit einer neuen Masche am Werk, warnt die Remscheider Dachdecker-Innung. Sie geben sich als Dachdecker aus, die gerade "beim Nachbarn" gearbeitet oder beim Vorbeifahren festgestellt habe, dass das Dach starke Schäden aufweist.

Ihre Taktik: Nach dem Zutritt in das Gebäude wird der Hauseigentümer von einer Person so abgelenkt, dass ein zweiter mit einfachen Hilfsmitteln die Raumdecke befeuchtet. Den Hauseigentümern, meist alleinstehende ältere Personen, wird dann die vermeintlich undichte feuchte Stelle gezeigt.

Den meist älteren Hausbesitzern wird dann erzählt, dass die Reparatur mehrere tausend Euro kostet. Haben Hausbesitzer nicht so viel Geld nicht im Haus, wird sogar angeboten, sie zur Bank zu fahren. Die Reparatur des Daches solle schnell erfolgen, da sonst größer Schäden im Gebäude entstehen würden, sagen die Betrüger, die mit der Angst spielen und das Sicherheitsbedürfnis dieser zum Teil sogar pflegebedürftigen älteren Hausbesitzer schamlos ausnutzen. Die Auftraggeber erhalten nach Abschluss von vermeintlichen Arbeiten eine Quittung, in der weder Name, Adresse noch sonstigen Daten stimmen.

In vielen Fällen musste das Dach sogar aufwendig durch einen Fachbetrieb danach wirklich repariert werden, da diese Betrüger eher einen Dachschaden produzieren als einen zu vermeintlichen Schaden instandsetzen. Sollte diese kriminelle Machenschaft nicht funktionieren, lenken in einigen Fällen ein bis zwei dieser Personen den Hausbesitzer ab, damit der dritte die Wohnung nach Wertgegenständen durchsuchen kann.

Solche kriminellen Machenschaften schädigen das Ansehen der Dachdecker und des gesamten Handwerks, beklagt der Obermeister der Dachdecker-Innung Remscheid, Stephan Kremer. Auch angeblich kostenlose Dachüberprüfungen oder vermeintlich günstigen Komplett-Angeboten an der Haustüre zu akquirieren, sei eine gängige Vorgehensweise der "Dach-Haie", wie die dubios agierenden Handwerkerkolonnen in der Branche genannt werden. Doch oft wird Pfusch zu überhöhten Preisen angeboten, oder unnötige Arbeiten werden ausgeführt. Werden Immobilienbesitzer an der Haustüre von Dachdeckern/Handwerkern angesprochen, sollten sie auf jeden Fall von solchen Angeboten Abstand nehmen. "Rufen Sie sofort bei der Polizei an", rät Fred Schulz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Remscheid und der Dachdecker-Innung Remscheid. "Wer unter falschem Namen Aufträge akquiriert, macht sich des versuchten Betrugs strafbar".

Namen und Kontaktdaten der qualifizierten Dachdecker-Innungsbetriebe können direkt bei der Dachdecker-Innung Remscheid unter Telefon 02191 -22005/6 erfragt werden. Informationen im Internet unter "http://www.dachdecker-innung-rs.de"

(BM)
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