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Landschaftspflegeplan der Stadt
Insektenschutz wird in Remscheid groß geschrieben

Landschaftspflegeplan der Stadt: Insektenschutz wird in Remscheid groß geschrieben
Bienen sollen auch in Remscheid weiterhin viele Ausflugsziele bei der Nahrungssuche finden. FOTO: Reichwein
Remscheid. Im Landschaftspflegeplan der Stadt gibt es regelmäßige Maßnahmen, die zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen sollen. Naturschützer wollen Hotspot im Stadtpark einrichten. Mitgliedschaft bei "Deutschland summt" wird diskutiert. Von Christian Peiseler

Der Rückgang der Artenvielfalt bei Insekten ist auch in Remscheid zu beobachten. Auch wenn es an wissenschaftlich belastbaren Vergleichzahlen fehlt, eine beachtliche Gruppe an Naturschützern, Biologen und Fachleuten stellt diesen Befund aus. Gleichwohl: Katastrophenalarm wird nicht ausgerufen. Bei den Mitarbeitern des Umweltamtes macht man sich nicht erst sein ein paar Monaten - seitdem die erschreckenden Messungen von Imkern aus Krefeld über das Aussterben der Bienen publik wurden - Gedanken darüber, mit welchen Maßnahmen die Natur in der Stadt erhalten und gepflegt werden kann. "Im Vergleich zu anderen Städten ist Remscheid noch gut aufgestellt", sagte Wolfgang Putz, Leiter des Umweltamtes im Umweltausschuss. Aber eine "heile Welt" wolle er nicht beschreiben.

Eine Heuschrecke auf Remscheider Territorium führt im Vergleich zu ihrer Artgenossin am Niederrhein oder in Niedersachsen ein relativ beschauliches Dasein. Dort rasen Bauern nämlich mit manchmal 50 Stundenkilometern über die Flächen und zershreddern jeden Grashalm. "Danach ist die Wiese tot", sagt Thomas Friese, Abteilungsleiter der Unteren Naturschutzbehörde. Heuschrecken zirpen nach diesem Einsatz nicht mehr. In Remscheid setzt das Grünflächenamt deutlich schonendere Methoden beim Rasenschnitt ein, sogenannte Balkenmäher. Freie Wiesenflächen bekommen eine Art sanften Haarschnitt. Nicht fünf Mal im Jahr wie bei intensiver landwirtschaftlicher Nutzung, sondern nur alle zwölf Monate. Auf das Mähen kann nicht verzichtet werden. Die Wiese würde zuwachsen und verbrachen. Für die Insekten ginge ohne Pflege wichtiger Lebensraum verloren.

Der seit Jahren befolgte Landschaftspflegeplan sieht vor, immer wieder heimische Hölzer und Sträucher zu pflanzen. Dazu zählen unter anderem Obstbäume, aber auch die Lerche, der Ahorn und die Eiche. Bei Sträuchern greift man gerne zu Weißdorn und Holunder. "Heimische Hölzer ziehen heimische Insekten an. Die einen können sich nicht ohne die anderen entwickeln", sagt Friese.

Im Osten von Remscheid wirtschaften noch ein paar wenige Bauern. Nach dem Eindruck des Umweltamtes arbeiten die Landwirte dort so, dass die Natur keinen Schaden nimmt. Im Westen der Stadt gibt es mit seinen Bächen und Tälern eine weitreichende Verzweigung von Grüngürteln. Dort übernehmen auch Schafe und Kühe die insektenschonende Rasenpflege. Laut Putz will die Stadt im Gespräch mit Vertretern der Naturschutzverbände überlegen, sich der Initiative "Deutschland summt" anzuschließen. "Wir prüfen das", sagt Putz.

Die vor sieben Jahren in Berlin gegründete Initiative will Aufmerksamkeit für die Biene, die Stadtnatur und die Abhängigkeit der Menschen von einem funktionierenden Ökosystem schaffen. Die Bienen als die wichtigsten bestäubenden Insekten sollen dabei eine Schlüsselrolle einnehmen, heißt es auf der Homepage der Initiative. Den Bienen geht es demnach nicht gut: Monokulturen, Pestizide, Flächenverluste, Krankheiten und Schädlinge machten ihnen zu schaffen. Und ohne Bienen stehe es schlecht um die Ökosysteme, die biologische Vielfalt und letztlich den Menschen.

Gabriele Lipka, Vorsitzende des Landschaftsbeirates, hat Kontakt zu Remscheider Imkern aufgenommen. Es kursieren Überlegung, einen Hotspot für Bienen im Stadtpark zu errichten.

Quelle: RP
 
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