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Remscheid
Irisches Folk-Duo mit gefühlvollem Auftritt

Remscheid. Premiere im Saxo: Als die Iren Mark Geary und Grainne Hunt kurz vor 22 Uhr verträumt-romantische Klänge anstimmen, verdunkelt Noch-Betreiber Mike Müller die Bar. Es wird gemütlich. Gänsehaut macht sich breit, als die ersten Besucher ihre Feuerzeuge anzünden. Dann zieht das Duo den Gitarrenstecker, bahnt sich einen Weg durch die dicht gedrängt stehenden Besucher hinaus und feiert mit jedem einzelnen Gast einen würdigen Abschluss für ein emotionales Konzert. Von Hagen Thiele

Man kann es wohl am besten ein Wechselbad der Gefühle nennen, das Gitarrist und Sänger Mark Geary und seine Landsfrau Grainne Hunt den Besuchern vom Saxo am Mittwochabend boten. Oft genug begannen die Songs mit getragener Lagerfeuerromantik, bei der in erster Linie die Stimmen des Duos die Kompositionen trugen, aber steigerten sich dann zu kleinen Folkrock-Hymnen. Als Geary im zweiten Set sogar in den Overdrive-Channel schaltete und mit seiner akustischen Gitarre verzerrte Töne anstimmte, riss er das Publikum so mit, dass auch er selbst ganz verblüfft war. "Das ist die beste Reaktion, die ich auf den Song bisher hatte", meinte der Ire, als ihm einige Besucher zujubelten.

Jubel und Applaus gab es aber eigentlich für jedes Stück des Duos - und das vom ersten Lied an. Das Gespann erfand zwar die Folkmusik nicht neu, konnte aber durch eine sehr authentische und leidenschaftliche Art punkten. Wenn Geary mit seiner Gitarre zu einem einzigen Wesen verschmolz und vehement Akkordfolgen aus den Stahlsaiten hervorlockte, störte sich wohl niemand mehr daran, dass das Grundrezept der Songs etwas gleichförmig war. Gerade live konnten die Lieder durch diese Homogenität punkten, rissen das Publikum mit und bescherten dem Saxo die beste Stimmung bei einem Konzert seit langer Zeit.

Zu der guten Laune bei den Besuchern trugen auch Gearys scherzhafte Ansagen bei, denen - auch wenn der stolze Ire sich daran vielleicht stören mag - man schon fast englischen Humor attestieren könnte. So erklärte der Ire etwas eigenwillig den Ursprung der Schotten. Diese seien nämlich eigentlich Iren. "Sie suchten damals nach einem noch trostloseren Ort zum Leben und fanden Schottland", sagte der Musiker ohne eine Miene zu verziehen.

Auch wenn Geary und Hunt die Messlatte hoch gelegt haben, stehen mit Ari Hest und Jay Nash für die nächsten Termine der 8 o'clock Gigs Musiker in den Startlöchern, die sicherlich an den starken Auftritt anknüpfen werden.

Quelle: RP
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