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Ansichtssache
Jede Menge Platz für Ideen aus der Bürgerschaft

Remscheid. Seit dieser Woche ist klar: Bei der Gestaltung des Ebert-Platzes ist noch Vieles möglich. Nun müssen die Bürger ins Boot geholt werden.

Bürgerbeteiligung - das klingt immer gut, es klingt nach Demokratie, nach Nähe und Austausch zwischen Stadt und Politik auf der einen und Bürger / Wähler auf der anderen Seite. Dass diese Wunderwaffe gegen Populismus ausgerechnet bei der seit Jahren erhofften Neugestaltung des Ebert-Platzes künftig nur eingeschränkt möglich sein sollte, wäre ein schlechter Witz gewesen. Zu viele Funktionen, die für die Innenstadt wichtig sind, laufen hier zusammen, als dass man die späteren Nutzer bei der Planung außen vorlassen darf.

Darum war die Veranstaltung von Bezirksbürgermeister Otto Mähler in dieser Woche Gold wert. Der eingeladene Professor Hartmut Welters zeigte auf: Die Phase des Mitredens kommt erst noch. Und: Stadt und Stadtwerke als Auftraggeber entscheiden am Ende, was da gebaut wird. Das klang mal anders aus dem Rathaus.

Es liegt nun an der Verwaltung und an der Politik, diesen Prozess attraktiv zu gestalten. Neue Wege müssen gefunden werden, um die Öffentlichkeit ins Boot zu holen und nicht wie bisher immer nur die üblichen Verdächtigen bei den Infoveranstaltungen begrüßen zu können.

Dafür ist das Thema zu wichtig. Auch wenn es Buskunden gibt, die dem alten Busbahnhof nachtrauern werden; die große Fläche bietet ausreichend Raum für beides, einen funktionierenden Busbahnhof und einen öffentlichen Platz, an dem man sich gerne aufhält, wo man ausruhen und den Blick schweifen lassen kann, der zudem als Scharnier zur Alleestraße und zum Markt funktionieren kann.

Was hier möglich ist, haben die wenigen Sommertage gezeigt, an denen das Café "Der Berg ruft" Tische und Sonnenschirme auf den frisch gesäten Rasen vor dem "Haus der seelischen Gesundheit" stellte. Das gab dem Platz ein ganz anderes Flair. Mehr davon, bitte.

Wichtig wird sein, die größeren Zusammenhänge planerisch nicht aus dem Blick zu lassen. Die grüne Achse hinauf zum Theater hat Potenzial, das hat Stadtplaner Bernd Schrey, der die Stadt bei der Revitalisierung der Innenstadt berät, in seinem Bericht für die Politik anschaulich herausgearbeitet. Und natürlich muss in einem nächsten Schritt der äußere Rahmen der Freifläche angegangen werden. Jeder Platz sei nur so gut wie seine Umgebung, sagt Welters. Wenn die vergammelte "Tankstelle", die jetzt eine Kneipe beherbergt, weichen würde, wäre das ein erster Schritt zur architektonischen Erneuerung.

Quelle: RP
 
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