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Remscheid
Jeden Donnerstag sind Buben Trumpf

Remscheid: Jeden Donnerstag sind Buben Trumpf
Zu 70 Prozent ist das Skatspielen Können, der Rest ist Glück, sagen die Lüttringhauser Skatfreunde. FOTO: Nico Hertgen
Remscheid. Sport, Spaß und Spannung - das ist es, was die Lüttringhauser Skatfreunde seit Jahren miteinander verbindet. Von Bernd Geisler

Jeden Donnerstagabend wird in der Gaststätte Bergische Stuben in Remscheid Lennep gedroschen. Kein leeres Stroh, sondern Skat. Hier treffen sich - wenn möglich - die sieben Frauen und 25 Männer der Skatfreunde Lüttringhausen. Sie mischen, heben ab, reizen, stechen und werfen ab. Die Gaststätte hat einen großen Gesellschaftsraum dafür reserviert. Die Spieler spielen mit dem nötigen Ernst. "Wir sind keine Thekenmannschaft", sagt Schriftführer Thomas Dornbach. Das jüngste Mitglied ist 17 Jahre alt, Walter Nippel ist mit 94 Jahren der älteste Spieler. "Es ist die schönste Unterhaltung", sagt er.

Die jüngsten Erfolge des Vereins können sich sehen lassen: Im September belegten sie in Mechernich den dritten Platz bei den Landesverbandsmannschaftsmeisterschaften und gewann auch den ersten Platz am letzten Spieltag der Oberliga-Nord. Damit qualifizierten sie sich für den Aufstieg in die Regionalliga. Die Freude darüber ist natürlich bei allen groß, geht gleichwohl über das reine Skatspiel hinaus.

Mit Skat fing vor 39 Jahren alles an, mittlerweile ist mehr daraus geworden. Heute unternehmen sie gemeinsame Reisen und freuen sich schon auf die Teilnahme an der Skatweltmeisterschaft im nächsten Jahr in Las Vegas. "Wir haben damals im Knast darüber gesprochen, eine Skatrunde zu bilden", erzählt Gründungsmitglied Karl-Heinz Scherer (74). Natürlich bewegten sie sich in der JVA Lüttringhausen freiwillig, sie gehörten zur Mannschaft der Justizvollzugsbeamten. Die gemeinsame Freude, sich regelmäßig zu treffen, um ernsthaft Skat zu spielen, wurde ohne großes Zögern umgesetzt: Die Skatfreunde Lüttringhausen entstanden.

Sie trafen sich regelmäßig am Donnerstag in einer Gaststätte am Lüttringhauser Bahnhof. Im nächsten Jahr feiert der Verein sein 40-jähriges Bestehen. "Knapp 40 Jahre lang war ich fast bei jedem Skatabend dabei", erinnert sich Scherer. Einmal sei er am Dienstag operiert worden und fast das gesamte Krankenhaus habe mitgewirkt, damit er am Donnertag wieder fit fürs Skatspielen sei. "Spielt Ihre Frau auch Skat?" "Nein, sie blieb zu Hause, sie nahm es hin", sagt er. Da hat es das Ehepaar Michaela und Thomas Dornbach leichter: Sie haben sich beim Skatspiel kennengelernt. Dasselbe Hobby verbinde, sagt Michaela, die derzeitige Schriftführerin des Vereins. Erst entstand durch das Skatspiel eine immer enger werdende Freundschaft und schließlich heirateten die beiden in 2005.

Was macht der Reiz des Skatspiels aus? Die Antworten kommen von mehreren gleichzeitig: Skat bedeute Sport, Spannung und Spaß. Dem Laien fällt natürlich dabei sofort Loriots legendäre Skatrunde mit Herrn Striebel, Herrn Moosbach und Herrn Vogel ein. "Skat ist kein Glücksspiel", sagt Günter Schulz. 70 Prozent seien Können, lediglich der Rest sei Glück beim Geben der Karten. Die Lüttringhauser Skatfreunde laden alle Interessierten ein zum offenen Serien-Preis-Skat am Sonntag, 15. November, 10:30 in der Gaststätte "Marktplatz" in Markt 4, Remscheid. Natürlich auch zum Skat am Donnerstagabend ab 19. 30 Uhr in den Bergischen Stuben.

Quelle: RP
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