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Remscheid
"Jetzt wird es ein bisschen eklig"

Remscheid: "Jetzt wird es ein bisschen eklig"
Entwarnung nach der Überprüfung: "Der Betrieb macht das, wofür er eine Genehmigung hat", sagt Dr. Knut Beisheim vom Dezernat für Abfallwirtschaft in Düsseldorf. Die Experten konnten keine Belästigung durch Fliegen feststellen. FOTO: Röser
Remscheid. Vor mehreren Wochen haben die Anwohner im Industriegebiet über Belästigungen durch Fliegen geklagt. Erst schalteten sich die Stadt ein und dann die Bezirksregierung in Düsseldorf ein. Von Henning Röser

"Jetzt wird es ein bisschen eklig", sagte Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD), bevor er am Mittwochabend in der Sitzung der Bezirksvertretung Süd von einer ungewöhnlichen Bürgerbeschwerde berichtete. Anwohner im Industriegebiet Überfeld hatten ihm gegenüber über massive Belästigungen durch Fliegen geklagt, die unter anderem einen Grillabend verderben können, weil sie sich in größerer Zahl auf der Wurst oder dem Nackensteak niederlassen. Grote machte sich selbst ein Bild vor Ort - und schaltete dann das Ordnungsamt ein.

Dessen Mitarbeiter fanden Anfang Juni auf dem Gelände der benachbarten Firma Reconcept Peters, die vor einiger Zeit von der Borner Straße in die Hallen der früheren benachbarten Druckerei gezogen ist, tatsächlich Fliegen vor. Über die Anzahl wurden aber keinen Angaben gemacht. Die Firma verwertet und entsorgt Altpapier und Plastikflaschen.

Zuständig ist für dieses Thema grundsätzlich das Umweltamt, und so gaben die Kollegen das Thema dorthin weiter. Wie Sebastian Hörter berichtet, war die Situation, die sein Amt bei einem Besuch vorfand, nicht so drastisch, wie von Grote beschrieben. Auch in der Umgebung und im Waldstück an der A1 schaute man sich um. Die Fotos der Kollegen vom Ordnungsamt, auf denen tatsächlich Fliegen zu sehen waren, bewogen seine Behörde schließlich, den Fall an die Stelle zu übergeben, die hier tatsächlich den Hut auf hat - die Bezirksregierung in Düsseldorf.

Denn nach dem so genannten "Zaunprinzip" ist ab einer gewissen Größe und einem gewissen Gefahren-Potenzial eines Betriebes der Abfallwirtschaft die Landesbehörde zuständig. Das Umweltamt leitete die Bilder und den Bericht nach Düsseldorf weiter.

Was zum nächsten Besuch im Industriegebiet führte. "Es waren Fliegen da", sagt Dr. Knut Beisheim vom Dezernat für Abfallwirtschaft. Nicht besorgniserregend viele, aber offenbar genug, um die Firma zu veranlassen, einige Fliegenfallen aufzustellen. Wie das wirkt, wird nun kontrolliert. Der Streifendienst, den die Bezirksregierung unterhält, macht in den kommenden zwei Monaten zweimal in der Woche einen Abstecher nach Remscheid, um nach dem Rechten zu schauen.

Grundsätzlich sei es nicht ungewöhnlich, Fliegen in diesem Betrieb anzutreffen, sagt Beisheim. An Altpapier klebten schon mal Reste von Müllsäcken und auch die Einwegflaschen, die in Überfeld in Ersatzbrennstoffe für die Industrie verwandelt werden, ziehen, wenn sie nicht ganz leer sind, schon mal Tiere an.

"Der Betrieb macht das, wofür er eine Genehmigung hat", stellt Beisheim klar. Auch von Geruchsbelästigung konnte Beisheim nicht berichten. Es roch nach nassem Papier. Bei ihrem Besuch in Remscheid klingelten die Vertreter der Bezirksregierung auch bei der Beschwerdeführerin. Die war aber zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause. Die Experten schauten sich in der Umgebung des Hauses um, fanden aber keine Belästigung durch Fliegen vor. Aktuell hält man den eingeschlagenen Weg für zielführend.

Ralf Nawarotzky, Geschäftsführer von Reconcepts Peters in Remscheid, wollte gestern auf BM-Anfrage nicht viel sagen zum Thema. Aus seiner Sicht gibt es kein Problem mit Fliegen. Schon mal sei eine Kontrolle durch die Bezirksregierung nach Anwohnerbeschwerden im Sande verlaufen. Damals sei es um Klagen über herumfliegende Papierschnippsel gegangen.

Quelle: RP
 
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