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Remscheid
Jörg von Polheim sitzt nicht im Landtag

Remscheid. Der 14. Mai war ein guter Tag für die Liberalen im Land, aber für den Kandidaten für Remscheid und Radevormwald war es ein Schwarzer Tag. Von Joachim Rüttgen

Am Tag nach der Landtagswahl konzentriert sich Jörg von Polheim wieder ganz auf seine Arbeit als Bäckermeister. Als Fraktionschef der Hückeswagener Liberalen hat er den Einzug in den Landtag nicht geschafft. "28 Kollegen ziehen für die FDP in den Landtag ein, ich stehe auf Platz 33, also klappt das eher nicht", sagte er gestern nach einer längeren Zitterpartie am Sonntagabend. Selbst wenn nach der Bundestagswahl im September zwei FDP-Mitglieder nach Berlin ziehen und einer verzichtet, zöge die Liste nur bis Platz 31. "Es wäre also nur möglich, im Laufe der fünfjährigen Legislaturperiode vielleicht in zwei oder drei Jahren nachzurücken", sagt von Polheim. Für ihn persönlich sei das zwar schade, aber keine richtige Enttäuschung. "Dafür hat die FDP mit 12,6 Prozent ein Wahnsinnsergebnis erzielt. Das zeigt, dass die Partei auf dem richtigen Weg ist", sagte er gestern Morgen im Gespräch mit unserer Redaktion.

Dass es nun so wenige Überhangmandate gebe, sei sein persönliches Pech. Bei der letzten Landtagswahl hatte die FDP bei einem Ergebnis von 8,6 Prozent 22 Mandate bekommen, jetzt bei vier Prozent mehr seien es nur 28 Mandate. "Für mich persönlich geht es nun ganz profan zurück in die Backstube. Aber natürlich werde ich meine politische Arbeit in Hückeswagen als Fraktionschef der FDP fortsetzen", kündigte er an.

Dazu zähle auch, den guten Kontakt zu seinen Kollegen in Remscheid und Radevormwald aufrecht zu erhalten. "Diese gute Zusammenarbeit der vergangenen Monate werden wir jetzt nicht beenden, ich habe ja auch persönliche Beziehungen nach Remscheid, für mich ist das keine komplett fremde Stadt", sagte von Polheim. Er verstehe sich als Bergischer, und insofern liege ihm die gesamte bergische Region am Herzen.

Auf die Schloss-Stadt Hückeswagen sieht von Polheim in den kommenden Monaten wichtige Entscheidungen zukommen: Da sei zum einem der geplante Schultausch, also die räumliche Zusammenführung von Haupt- und Realschule an der Weststraße, die er weiterhin sehr kritisch sehe. "Das Projekt ist viel zu teuer für das, was wir da bekommen", sagte er. Hückeswagen brauche außerdem dringend neue Wohngebiete und Platz für Gewerbe, das sich in der Schloss-Stadt ansiedeln wolle. "Wir müssen das Potenzial der Stadt mehr nutzen, als Privatmann bekommen sie zurzeit kein Bauland", kritisiert der FDP-Fraktionschef. Man müsse verhindern, dass die Menschen abwandern, da sei Hückeswagen einfach nicht gut für die Zukunft aufgestellt. Zum Glück habe die Hückeswagener Entwicklungsgesellschaft (HEG) die Fläche an der Tennishalle gekauft, um dort ein Neubaugebiet zu entwickeln.

"Damit können wir den Bedarf für die nächsten paar Jahre erstmal decken", sagte von Polheim. Aber es müssten weitere Anstrengungen folgen und mit voller Kraft vorangetrieben werden. Ähnlich sehe es bei der Infrastruktur aus. Wenn ein neues Feuerwehrhaus im Bereich Brunsbachtal gebaut werden sollte, müsse sich die Stadt mit dem Kreis darauf verständigen, dort auch die neue Rettungswache zu errichten, um Synergien zu nutzen.

Ideen hat von Polheim genug, "darum macht mir Kommunalpolitik auch so viel Spaß. Das ist einfach schön und interessant", sagt der liberale Politiker. Er werde zwar vorerst nicht in den Landtag einziehen, dafür aber seine starke Heimatregion weiter fördern.

Quelle: RP
 
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