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Remscheid
Johanniter Unfallhilfe: Viele Badeunfälle sind vermeidbar

Vergangenes Jahr ertranken 488 Menschen. Leichtsinn und Mutproben sind oft die Ursache. Bergische Johanniter raten: Zeugen sollten Erste Hilfe leisten.

Es sind Sommerferien, viele Urlauber verbringen die Tage an Meeresstrand, Baggersee oder Freibad. Doch viele unterschätzen die Gefahren im Wasser: 488 Menschen ertranken im Jahr 2015, 392 waren es im Jahr davor (Quelle: statista), teilt die Johanniter Unfallhilfe mit. Unter den Opfern sind vier Mal so viele Männer wie Frauen. Auch dieses Jahr gibt es eine traurige Bilanz - zwei Beispiele: Anfang Juli schwebt ein Vierjähriger nach einem Badeunfall in Hamburg in Lebensgefahr, Ende Juni ertrinkt ein 13-Jähriger in der Langenfelder Wasserski-Anlage.

Dabei ist ein Großteil der Badeunfälle vermeidbar. "Mutproben wie Kopfsprünge in unbekannte Gewässer, zu viel Alkohol oder das Überschätzen der eigenen Kräfte führen häufig zu lebensgefährlichen Situationen im Wasser", sagt Michael Neumann, Ausbildungsleiter bei den Johannitern im Regionalverband Bergisch-Land. Besonders gefährdet sind Kleinkinder - für sie wird selbst ein Gartenteich oder ein Planschbecken zum Risiko, wenn sie dort unbeaufsichtigt spielen.

Gerät ein Mensch im Wasser in Not, sollten Helfer zuallererst den Rettungsdienst über die 112 alarmieren. Schnelle Erste Hilfe ist lebenswichtig: Wenn der Gerettete nicht oder nicht normal atmet, beispielsweise sehr langsam und schnappend, müssen Ersthelfer sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen, bis der Rettungsdienst eintrifft. "Wir wollen alle Menschen ermutigen, die Wiederbelebung durchzuführen", sagt Michael Neumann. "Dabei kann man nichts falsch machen. Nichts zu tun, ist für den Patienten viel gefährlicher, denn Sauerstoffmangel verursacht irreparable Hirnschäden." Wer regelmäßig seine Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischt, sei in Notsituationen viel souveräner. Die Johanniter empfehlen, alle zwei Jahre das Erste Hilfe-Wissen aufzufrischen.

Infos zu den Erste Hilfe-Kurse bei den Johannitern im Regionalverband Bergisch-Land unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 28057-18.

(BM)
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