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Remscheid
Jugendrat - der lange Weg zum Wlan

Remscheid. Abteilungsleiter der Informationstechnologie der Stadt informierte über technische Möglichkeiten. Von Cristina Segovia-Buendía

Freies Wlan aus städtischen Gebäuden bleibt zumindest kurzfristig eine Wunschvorstellung, sagt Jörg Hockenbring, Abteilungsleiter für Informationstechnologie der Stadt. Um den Internetzugang städtischer Gebäuden öffentlich zur Verfügung zu stellen, fehle es an Infrastruktur. Fünf Jahre könne der Ausbau dauern.

Keine Millionenbeträge, nicht mal Hunderttausend seien für die nötige Verkabelung der städtischen Gebäude erforderlich, um Bürgern von dort aus beispielsweise in der Innenstadt freies Wlan zur Verfügung zu stellen, erklärt Jörg Hockenbring: "Doch bei unserem kritischen Haushalt, finde ich es verständlich, dass wichtigere Projekte vorgezogen werden." Das bedeute nicht, dass der Abteilungsleiter der Informationstechnologie der Stadt sich nicht über den Wlan Ausbau freuen würde: "Es wird nötig werden, wenn wir als Stadt nicht abgehängt werden wollen. Aber ich denke auch, dass es bis dahin fünf bis zehn Jahre dauern kann." Kabel müssten in allen Räumen verlegt werden, die Abschirmung im alten Rathaus sei zu gut. "Im Rathaus selbst stehen uns nur in einigen Sitzungsräumen Wlan zur Verfügung." Den Wunsch nach frei zugänglichem Internet hatte der Jugendrat geäußert, der sich vom Verein der Freifunker überzeugen ließ, dass es, zum kostenintensiveren WLAN-Ausbau in der Innenstadt, eine günstigere, augenscheinlich sichere und unproblematische Alternative gebe, das Breitband vieler, durch die Installation eines weiteren Routers (für 20 Euro) mit der Allgemeinheit zu teilen.

Hockenbring nahm dazu, bei der Jugendratssitzung diese Woche Stellung und stellte klar: "Wenn die Infrastruktur vorhanden wäre, würde die Idee der Freifunker, für wenig Geld, überall und unbeschränkt Wlan zur Verfügung zu stellen, technisch auch so funktionieren. Man müsste nur die Geräte anschließen. Aber zurzeit fehlen uns die Anschlüsse. Und die Infrastruktur aufzubauen ist nicht so günstig." Die Freifunker stufte er als vertrauenswürdig ein: "Zumindest was ihre Arbeit betrifft, habe ich erst mal keine Bedenken." Doch um das Breitband der einzelnen zu bündeln, sei ein Provider nötig. "Was dieser Provider davon hat und welche Interessen dieser verfolgt, dass erschließt sich mir und das konnten mir auch die Freifunker nicht sagen." Weil die Rechtsprechung zur Störerhaftung seiner Meinung nach auch noch "zu weich" sei und nicht eindeutig, würde Hockenbring Interessierten dazu raten, mit dem Verein eine schriftliche Vereinbarung zu treffen, um sich als Privatperson abzusichern.

Technisch sei das freie WLAN von städtischen Gebäuden jetzt also nicht möglich. Ernüchterung bei den Ratsmitgliedern: "Wir werden uns weiter dafür einsetzen", sagte Vorsitzende Alegria Milanda.

"Wir werden erst einmal die Rechtsprechung abwarten und dann schauen, ob sich vor der Landtagswahl dazu noch was tut", sagte Gerd Dietrich-Wingender, Geschäftsführer des Gremiums. "Unser Ziel bleibt aber weiterhin: freies Wlan für Remscheid."

Quelle: RP
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