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Remscheid
Jugendrat setzt sich für freies W-Lan in der City ein

Remscheid. Die Verwaltung soll prüfen, ob der Internetzugang städtischer Gebäude öffentlich zugänglich gemacht werden kann. Von Cristina Segovia-Buendia

Der Jugendrat wünscht sich freies W-Lan in der Stadt und lässt nun die Verwaltung prüfen, ob der Internetzugang städtischer Gebäude dafür öffentlich zur Verfügung gestellt werden könnte. Ziel sei es, auch Händler und Privatpersonen zu animieren, ihren Zugang mit allen zu teilen, um so die gesamte Stadt mit kostenlosem Internet zu versorgen.

Öffentliche Hotspots, auf die jeder kostenlos zugreifen kann, um beim Stadtbummel im Internet zu surfen, sind keine Utopie: Manche Innenstädte bieten das längst an und auch Ralf Wieber, Vorsitzender des Vereins "Marketing Innenstadt", träumt lange davon, die Alleestraße mit einem Funknetz auszustatten.

Technisch sei dies auch durchaus umsetzbar, mit sehr kleinen Mitteln, wie Ruben Wisniewski und Robert Prömper vom Verein "Freifunk Remscheid", auf Einladung der Jugendräte in ihrer Sitzung, erklärten. Lediglich müssten sich genug Menschen finden, die ihren Internetzugang mit den Freifunkern teilen. Über einen weiteren Router für 20 Euro, welchen die Freifunker Privatpersonen sogar kostenlos bereitstellen, würde das Signal über die sogenannten Gateways des Vereins laufen, die dann wiederum als Internetprovider agieren würden. "Damit ist der Privatanschluss gesichert, so dass keiner befürchten muss, demnächst ein Schreiben vom Anwalt zu erhalten, sollte jemand über den bereitgestellten Zugang Schindluder im Netz betreiben", sagte Prömper. Die Schreiben würden automatisch an den Verein gehen. "Wir wissen dann, wie wir damit umzugehen haben."

Im Bergischen gibt es den Verein, der an einer flächendeckenden Infrastruktur für freie Hotspots arbeitet, zwar erst seit vier Jahren. Deutschlandweit gibt es jedoch 50 Vereine, die seit gut 16 Jahren an dem Vorhaben arbeiten. 32.000 Hotspots wurden bereits installiert. Für jenen, der den Freifunkern sein Netz zur Verfügung stellt, bestünde also keine Gefahr. Doch Händler auf der Alleestraße davon zu überzeugen, berichtete Wieber, sei für ihn nahezu unmöglich: "Ich habe schon einige angesprochen und keiner möchte mir sein Internet zur Verfügung stellen." Zu groß sei die Angst vor Hackern, die empfindliche Daten klauen könnten. Wisniewski beruhigte: "Ich habe schon viele ähnliche Gespräche geführt - in Wermelskirchen und Leverkusen haben wir die Innenstadt bereits verfunkt. Ich argumentiere dann, dass ich meinen Zugang auch bereitstelle, was ich nicht tun würde, wenn ich mir nicht wirklich sicher wäre."

Der Jugendrat einigte sich in der Sitzung darauf, dass - auch um die Händler auf der Allestraße zu überzeugen - die Stadt Remscheid mit gutem Beispiel vorangehen müsste. Die Mitglieder lassen jetzt die Verwaltung prüfen, ob der Internetzugang öffentlicher Gebäude für die Freifunker bereitgestellt werden kann.

Quelle: RP
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