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Remscheid
Jugendrat votiert gegen die Senkung des Wahlalters

Remscheid. Soll das Wahlalter auf 16 Jahre herabgesenkt werden? Wenn es nach dem Remscheider Jugendrat geht, soll das nicht passieren. Überraschen dürfte dieses Votum auch die drei Remscheider Landtagsabgeordneten: Jens Nettekoven (CDU), Sven Wolf (SPD) und Jutta Velten (Grüne), die das Thema aktuell im Landtag diskutieren, hatten Anfang der Woche den Remscheider Jugendrat nach Düsseldorf eingeladen. Dabei vertraten die 13 angereisten Jugendräte eine klare Meinung, wie sie bei der jüngsten Ratssitzung berichteten: "Ich denke, dass man mit 16 Jahren noch nicht die nötige Mündigkeit hat, um sich bei einer Landtags- oder Bundestagswahl zu beteiligen", äußerte Ertrugrul Altun. Der 18-Jährige saß schon die vorigen beiden Jahre im Jugendrat und wurde kürzlich als Nachrücker in den neuen Jugendrat gewählt. Er spreche aus Erfahrung: "Mit 16 war ich noch nicht so weit. Ich glaube, man würde viele Jugendlichen damit überschätzen." Zwar relativierte er, dass die Entwicklung jedes Einzelnen unterschiedlich sei, "manche sind vielleicht weiter als andere." Grundsätzlich aber plädierte Altun für eine bessere Vorarbeit, statt für eine vorzeitige Wahlberechtigung: "Man sollte lieber mehr in eine bessere Aufklärung und eine bessere politische Bildung setzten und dann die Jugendlichen mit 18 Jahren gut vorbereitet, abstimmen lassen."

Der Ausflug in den Düsseldorfer Landtag imponierte den jungen Politikern aus Remscheid: "Das war dort alles sehr modern und auf jeden Fall ein Erlebnis wert", äußerte Jugendratsvorsitzende Alegria Milanda (17). Nun würden sie als Gremium gerne auch Remscheids aktuellen Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt (CDU) in Berlin besuchen. "Sich dort vor Ort die Arbeit von einen Politiker erklären zu lassen, ist bestimmt auch ein sehr spannendes Erlebnis", sagte Milanda.

Aktuell arbeitet sich der Jugendrat, der sich vor zwei Monaten konstituierte, in verschiedene Themen ein. Die Vertreter wollen sich unter anderem mit der Verbesserung von Spielplätzen beschäftigen, aber auch die Kooperation mit ihren Amtskollegen aus der Nachbarstadt Solingen stärken. "Die haben sehr gute Projekte, die wir vielleicht auch in Remscheid ausbauen könnten", erklärte die Vorsitzende. Ihr nächstes großes Projekt ist erst einmal das Jugendfestival "RS United" am 3. September im Stadtpark, an dem der Jugendrat mit Jugendeinrichtungen der Stadt in der AGOT (Arbeitsgemeinschaft offene Kinder- und Jugendarbeit Remscheid) intensiv zusammenarbeitet.

(seg)
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