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Remscheid
Junge Flüchtlinge sollen zum Waldhof

Remscheid. Kinder ohne Begleitung könnten hier künftig betreut werden. Stadt will Grundstück unter Wert an Investor verkaufen. Von Henning Röser

Im früheren Kinderheim Waldhof könnte kurzfristig eine Unterbringungsmöglichkeit für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge entstehen. Die Idee wird gerade im Rathaus diskutiert. Die Betreuung dieser Kinder, die ohne Eltern oder Angehörige nach Remscheid kommen und im Beamtendeutsch UMF genannt werden, hat in den Augen der Bundesregierung höchste Priorität. Das entsprechende "Gesetz zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher" trat am 1. November in Kraft.

Die Stadt rechnet zunächst mit einer Unterbringung von 63 Personen. Aktuell sind 41 Kinder in Remscheid in Obhut genommen worden. Weil es eine spezielle Unterbringungsmöglichkeit bislang nicht gibt, sind die Kinder derzeit in den normalen Aufnahmeheimen der Stadt untergebracht. Dies soll aber, so der Gesetzgeber, die absolute Ausnahme sein.

Die Stadt plant nun, das gesamte Waldhofgelände an einen Investor zu verkaufen. Sie selber sieht sich aktuell nicht in der Lage, zeitnah eine wirtschaftliche Planung für das Heim vorzulegen. Dabei ist man im Rathaus grundsätzlich der Ansicht, dass eine eigene Investition wirtschaftlicher wäre. Doch der wachsende Druck, den die Flüchtlingswelle auf die Stadt ausübt, lässt wirtschaftliche Überlegungen offenbar im Rathaus in den Hintergrund treten.

Wie auch beim Kinogrundstück am Bahnhof plant die Stadt das in einem Naturschutzgebiet im Küppelstein liegende Gelände deutlich unter dem Preis zu verkaufen, mit dem das Grundstück in den Haushaltsbüchern steht. Aktuell wird am Waldhof ein bilanzieller Verlust von knapp 450 000 Euro einkalkuliert.

Auf einem Teil des Waldhof-Geländes ist die Evangelische Jugendhilfe Bergisch-Land (EJBL) untergebracht, ein gemeinsames Projekt mit Wermelskirchen. Die EJBL bietet hier eine Aufnahme- und Clearingstelle für Jugendliche an. Dieses Angebot soll künftig auch für die Flüchtlinge genutzt werden.

Quelle: RP
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