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Remscheid
Junge Täter bereiten Sorge

Remscheid. Ein ähnliches Bild wie im Vorjahr liefert die Kriminalstatistik 2009: Die Region gehört zu den sichersten in NRW . Gleichwohl gibt's Problemfelder: Wohnungseinbrüche und Jugendkriminalität. Sie bleiben Einsatzschwerpunkte. Von Kristina Hellwig

Neue Polizeipräsidentin, alte Botschaft: "Das Bergische Städtdreieck gehört zu den sichersten Städteregionen in NRW", sagte Birgitta Radermacher, seit Jahresbeginn im Amt, gestern bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für 2009. Sie begründete dies mit einer "weitgehend intakten Sozialstruktur" in Remscheid, Solingen und Wuppertal sowie der guten Polizeiarbeit.

Mehr Straftaten

Trotzdem fällt die Bilanz schlechter aus als im vorigen Jahr: Die Zahl der angezeigten Straftaten ist 2009 um etwa 3,5 Prozent angestiegen. Insgesamt waren es 49 668 – 7031 davon in Remscheid. Mit 58 Prozent lag die Aufklärungsquote in Remscheid am höchsten (Wuppertal 53,7 Prozent; Solingen 48,8 Prozent). Die Polizei erklärt dies mit dem geringeren Anteil an Diebstählen in Remscheid, die schwer aufzuklären seien und in den anderen Städten stärker ins Gewicht fallen.

Zwei Themenbereiche machen der Polizei nach wie vor Sorge und bleiben Arbeitsschwerpunkte: Wohnungseinbrüche und Jugendkriminalität. 28,7 Prozent aller Strafverdächtigen im Städtedreieck waren unter 21 Jahre. Die Jugendlichen stehlen und treten bei Rohheitsdelikten in Erscheinung – Raub, Körperverletzung, Bedrohung.

Ein Problem ist das "Abziehen", sagte Radermacher: Jugendliche lauern anderen auf, bedrohen sie, stehlen ihnen Jacken, Handys etc, schlagen zu. Bedenklich sei auch, dass der Widerstand der Jugendlichen gegen Polizisten zugenommen habe – und dass die jungen Verdächtigen dabei häufig unter Alkoholeinfluss stehen. Auffallend in Remscheid: Die Fälle von Sachbeschädigung sind um über die Hälfte zurückgegangen. Hier zeige sich die erfolgreiche Bekämpfung der Sprayer-Szene.

Beim Thema Wohnungseinbrüche ist die Polizei trotz zahlreicher Aktionen hinter ihren Zielen – weniger Einbrüche, mehr Aufklärung – zurückgeblieben. Um 116 auf 1247 angezeigte Fälle stieg die Zahl im Präsidiumsbereich – nur jeder zehnte Fall wurde aufgeklärt. Ausnahme war Remscheid: Dort sank die Zahl der Einbrüche von 168 auf 140. Auffällig sei, dass Einbrecher nicht mehr nur in der dunklen Jahreszeit Hochsaison haben, sondern auch zunehmend in den Sommermonaten zur Tat schreiten.

Ein Delikt, das 2009 in Remscheid ebenfalls auffiel: Tankbetrug. In 103 Fällen (plus 43,9 Prozent) fuhren Autofahrer nach dem Tanken ohne zu bezahlen davon. Dass an vielen Tankstellen Überwachungskameras nicht in Ordnung seien und Täter die Autokennzeichen manipulierten, mache die Aufklärung schwierig, sagt Kriminaldirektor Andreas Dickel. Für ihn ist der Anstieg ein "Ausdruck der Nichtakzeptanz der hohen Spritpreise".

Quelle: RP
 
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