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Remscheid
Kampagne startet - Remscheid sammelt für die Lutherkirche

Remscheid: Kampagne startet - Remscheid sammelt für die Lutherkirche
Breite Phalanx der Hilfe: Viele Unterstützer des Sanierungs-Projekts reiten sich gestern vor der Lutherkirche zu einem Gruppenbild ein. FOTO: Nico Hertgen
Remscheid. 300 000 Euro fehlen noch. Politik, Kirche und Bürgerschaft ziehen an einem Strang, damit das stadtbildprägende Gotteshaus erhalten bleibt. Von Stefanie Bona

Für das heutige Remscheid und nachfolgende Generationen soll die Lutherkirche als eines der stadtbildprägendsten Baudenkmäler der Stadt vor dem drohenden Verfall gerettet werden. Am Donnerstagabend fiel der Startschuss für eine Kampagne, mit der möglichst binnen eineinhalb Jahren 300 000 Euro an Spenden durch Privatleute, Unternehmen und Institutionen gesammelt werden sollen. Dazu wurde ein Förderverein gegründet, der von einem breiten Bündnis aus Politik, Kirche und der Bürgerschaft unterstützt wird. Als sichtbares Zeichen für die konzertierte Aktion setzten unter anderem Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Stadtkämmerer Sven Wiertz - der als erster eine Spende zusagte - sowie Landtagsabgeordneter Sven Wolf, Gemeindepfarrer Ulrich Wester und weitere Persönlichkeiten ihre Unterschrift unter den Spendenaufruf.

Der Spendentopf soll zehn Prozent der benötigten Summe von knapp drei Millionen Euro einbringen. Wie berichtet, hatte die Luther-Kirchengemeinde durch eisernes Sparen Rücklagen für die erwartete Dachsanierung gebildet. Damit wäre sie auch ausgekommen, wenn sich nicht noch die Notwendigkeit umfangreicher Instandsetzungsarbeiten an der teils einsturzgefährdeten Fassade ergeben hätten. Somit ist die Gemeinde auf die Solidarität vieler angewiesen.

"Wir haben Sorge, dass vor dem nächsten Winter auch noch das Mauerwerk Schaden nimmt, wenn wir jetzt nicht handeln", sagte Pfarrer Wester. Der Eigenanteil zur Kostendeckung beträgt knapp 1,1 Millionen Euro. Die evangelischen Kirchengemeinden im Gesamtverband Alt-Remscheid steuern eine weitere Million zu. 300 000 Euro gibt der Evangelische Kirchenkreis Lennep und 150 000 Euro beträgt der Zuschuss des Denkmalschutzes. Somit können die Sanierungsarbeiten sofort starten, sie sollen dann Zug um Zug fortgesetzt werden. Marode Kirchen seien ein Symbol für den Verfall, sagte Kirchenkreis-Superintendent Hartmut Demski. "Doch erinnert uns jeder Kirchturm daran, dass wir Menschen unser Leben nicht uns selbst verdanken. Wir brauchen diese Erinnerung." Dass die Unterstützung des Kirchenkreises auch Begehrlichkeiten bei anderen Gemeinden wecken könnte, verhehlte er nicht. "Die Lutherkirche ist nicht die erste und wird auch nicht die letzte Kirche sein, die innerhalb des Kirchenkreises saniert werden muss. Wir haben so kalkuliert, dass wir auch anderen in überschaubarem Rahmen helfen können." Gleichwohl werde man künftig nicht jedes kircheneigene sanierungsbedürftige Gebäude dauerhaft retten können. Bis zum Lutherjahr 2017 soll die Remscheider Lutherkirche in ihrer Substanz auf lange Sicht gesichert werden.

Als Gotteshaus hat sie Bedeutung für Gemeindeglieder, kirchennahe und -ferne Menschen. Bewegende Andachten wie etwa zum Gedenken an die Opfer des Flugzeugabsturzes in der Stockder Straße, fröhliche Gottesdienste beispielsweise beim katholischen Weltjugendtag im Jahr 2005 und große Konzerte haben hier stattgefunden. "Diese Kirche ist eine Wegmarke in unserer Landschaft, aber auch im Leben vieler Menschen in dieser Stadt", sagte Sven Wiertz.

Quelle: RP
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