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Remscheid
Kandidaten für den Jugendrat gesucht

Remscheid. Im März 2018 kann in Remscheid wieder der Jugendrat gewählt werden. Es gibt bei den Jugendlichen allerdings Hemmschwellen, sich für das Gremium zu bewerben. Dabei muss man keinerlei politische Vorbildung mitbringen. Von Wolfgang Weitzdörfer

2018 stehen in Remscheid bereits wieder Wahlen an - und zwar besondere Wahlen: Denn zum achten Mal wird im März der Jugendrat gewählt. "Mein Lieblingsgremium", betonte gestern Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. 2004 wurde der Jugendrat zum ersten Mal gewählt - und was mittlerweile auf breiter stadtpolitischer Ebene wertgeschätzt wird, war seinerzeit keine Selbstverständlichkeit: "Ich weiß noch, dass es schwer war, die Idee im Rat durchzusetzen", sagte der OB. Und Jugendrat-Geschäftsführer Gerd Dietrich-Wingender ergänzte: "Es war ein dickes Brett zu bohren, was unsere Akzeptanz anging."

Heute allerdings sei der Jugendrat, dem 15 Jugendliche aus Remscheid im Alter von 14 und 17 Jahren - zum Zeitpunkt der Wahl - angehören, ein Gremium, das aus der Stadt nicht mehr wegzudenken sei, wie Dietrich-Wingender betonte.

Die Arbeit als Mitglied im Jugendrat sei bereichernd. Das sagte auch die scheidende Vorsitzende Alegria Milanda: "Man hat viel Einfluss, mehr als man vorher glaubt. Ich möchte vor allem den Ratsmitgliedern danken: Man hat uns vermittelt, dass es keine dummen Fragen gibt." Auch Schriftführer Melih Görgü, der mit seinen 18 Jahren nicht noch mal antreten kann, obwohl er gerne würde, lobte das Gremium: "Es hat mir persönlich sehr geholfen, selbstsicherer zu werden, aus mir herauszugehen und mich in der Diskussion mit Lehrern oder auch Mitarbeitern der Stadtverwaltung zu positionieren." Die 19-jährige Milanda betonte: "Ich würde mich sehr freuen, wenn andere Jugendliche das auch erleben könnten."

Diese Möglichkeit bekämen sie nun, sagte Sozialdezernent Thomas Neuhaus: "Wir machen jetzt Werbung für alle, die vielleicht ebenfalls gewählt werden möchten. Alegria und Melih klappern mit anderen Jugendratsmitgliedern alle weiterführenden Schulen ab, um Nachfolger zu motivieren, sich zu bewerben." Man müsse keinerlei politische Vorbildung mitbringen, sagte Dietrich-Wingender: "Man braucht nur Interesse an der eigenen Stadt zu haben und sollte den Wunsch mitbringen, etwas verändern zu wollen." Mast-Weisz ergänzte: "Ich würde mir vor allem für alle Ratsparteien wünschen, dass sie erkennen, dass es viele Jugendliche gibt, die sich sehr für ihre Stadt interessieren."

Es gebe Hemmschwellen, sich zu bewerben, bemerkte Dietrich-Wingender: "Es gibt aber genügend Ansprechpartner, die einen bei der Hand nehmen." Von Bedeutung sei nicht zuletzt, dass es bei der Mitarbeit im Jugendrat nicht darum gehe, erlerntes Wissen abzufragen. "Im Gegenteil: Wir wollen wissen, was euch umtreibt", betonte Dietrich-Wingender. Die Arbeit habe ihr gezeigt, was es in einer Stadtverwaltung zu tun gebe, sagte Milanda: "Die Arbeit in den Seminaren, aber auch die in den Sitzungen im Gremium hat mir viel Spaß gemacht." Görgü ergänzte: "Wir konnten über Schulformen, Herkunft und Hautfarbe hinweg gemeinsam konstruktiv diskutieren und kommunizieren. Das hat mich sehr stolz gemacht."

Die Bewerbungsbögen können bis zum 18. Januar 2018 im jeweiligen Schulsekretariat oder bis zum 26. Januar (14 Uhr) in der Geschäftsstelle des Jugendrates abgegeben werden. Die Wahlen finden vom 12. bis 16. März an allen weiterführenden Schulen statt. Gewählt wird für eine Periode von zwei Jahren.

Quelle: RP
 
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