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Remscheid
Kataster erfasst alle Güllelager in Oberberg

Remscheid. Nach der Güllekatastrophe an der Neye-Talsperre will der Kreis ab März kontrollieren.

Die Aufarbeitung der Güllekatastrophe an der Neye-Talsperre, bei der im März 2015 rund 1,7 Millionen Liter Gülle von einem Bauerhof in Halver über den Neyebach in die Talsperre gelangten, beschäftigt nicht nur die Staatsanwaltschaft und den Wupperverband.

Auch der Oberbergische Kreis, der Rheinisch-Bergische Kreis und die Landwirtschaftskammer sind mit den Vorgängen befasst. Denn es geht darum, eine solche Katastrophe künftig zu vermeiden.

So berichtet der Wupperverband, dass die beiden Kreise mit ihren Wasserbehörden ein Kataster erstellen sollen, in dem Standorte und Größe von Güllebehältern erfasst werden. So könne eine Risikobewertung für in der Nähe liegende Gewässer vorgenommen werden.

Und es werde berücksichtigt, wie schnell die Gülle bei einem Defekt des Behälters in das nächste Gewässer gelangen kann. Der Bereich, in dem der Hof liegt, von dem die Gülle in die Neye floss, ist nicht als Wasserschutzzone ausgewiesen, obwohl die Talsperre als Trinkwasserreservoir dient.

Dr. Christian Dickschen, Umweltdezernent des Oberbergischen Kreises, erläutert Einzelheiten zu dem Güllekataster: "Was Oberberg angeht, sind wir mit diesem Kataster bereits fertig." Kreisweit habe man rund 50 Gülle-Lagerstätten erfasst, für die jetzt eine Priorisierung erfolgen werde. Im Klartext: Güllesilos in der Nähe von Trinkwassertalsperren sollen als Erstes unter die Lupe genommen werden.

Bereits im März sollen diese Kontrollen beginnen, kündigte Dickschen an. Ob diese Kontrollen bei den betroffenen Landwirten zuvor angekündigt werden oder nicht, müsse noch geklärt werden.

Denkbar sei, dass im Zug der Kontrollen noch weitere, bislang nicht erfasste Güllelager bekannt würden. Auch diese sollen dann in das Kataster aufgenommen werden.

Der Wupperverband will diese Informationen nutzen, um etwa im Rahmen seiner Kooperation mit den Landwirten gezielt Maßnahmen zu fördern, die der Risikominderung an Güllebehältern dienen, die unter die festgelegten Kriterien fallen.

Am 18. Februar tagen die Mitglieder des Kreisumweltausschuss in Gummersbach. In der Sitzung will die Kreisverwaltung Auskunft zum aktuellen Stand an der Neye-Talsperre geben.

(lz/cor)
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