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Martin Sternkopf
Kein Ärger mit Handy-Fotos im Freibad

Martin Sternkopf: Kein Ärger mit Handy-Fotos im Freibad
Sportamtschef Martin Sternkopf sieht ein Handyverbot im Freibad kritisch. FOTO: Hertgen
Remscheid. Der Sportamtsleiter Martin Sternkopf zur Anfrage der CDU und zum anstehenden Konzert der Kölner Band "Köbes Underground".

Herr Sternkopf, wie oft rufen Sie pro Tag die Wetter-App auf ihrem Handy auf?

Sternkopf (lacht) Tatsächlich ziemlich oft, gerade jetzt auch mit dem Blick auf den Auftritt von "Köbes Underground" am 2. September. Die Vorhersage für die nächsten 16 Tage sieht aber gut aus.

Das Wetter war ja in diesen Sommerferien bisher eher bescheiden. Wie zufrieden sind Sie bislang mit der Saison?

Sternkopf Das Wetter war in der Tat sehr wechselhaft, aber das haben wir in Remscheid in der Vergangenheit immer wieder mal erlebt. Insgesamt würde ich die Saison vom Zuspruch bisher im Mittelfeld einordnen.

Gleich zu Beginn der Saison gab es einen Rohrbruch im Freibad. Wie steht es um die Pläne, das Bad technisch zu sanieren?

Sternkopf Ich habe von der Stadtspitze den Auftrag bekommen, einen Plan für die Sanierung und die Attraktivitätssteigerung des Freibads zu erarbeiten. Dass die Technik noch aus den 60er Jahren stammt, ist ja allgemein bekannt. Es hat jetzt erste Gespräche mit einen Ingenieur gegeben, der sich mit Bädern auskennt. Er hat das Bad als außergewöhnlich gelobt und ihm eine tolle Lage bescheinigt. Er wird nun einen Plan erstellen, was alles im Bad getan werden muss und was dies kosten würde.

Wie lange wird das dauern?

Sternkopf Das ist Einiges an Arbeit, es geht ja auch um den Zustand der Gebäude und Umkleiden. Ich rechne mit rund drei Monaten.

Wer besucht eigentlich das Freibad?

Sternkopf Wir haben sehr viele Stammkunden, darunter viele Familien mit Kindern. Für die ist das Freibad ein wichtiger Anlaufpunkt im Sommer, der ein bezahlbares Freizeitangebot darstellt. Darauf haben wir uns ja auch ganz gezielt eingestellt, etwa indem wir den Spielplatz neu gestaltet haben. Dazu kommen viele junge Leute, wenn sie Ferien haben und nicht wegfahren.

Stichwort "junge Leute". Die CDU hat jetzt in einer Anfrage ein Handyverbot im Freibad ins Spiel gebracht, um unsittliche Fotos von Badegästen zu verhindern. Was sagen Sie dazu?

Sternkopf Das Thema hat viele Facetten. Zunächst mal: Wir haben bisher keine Probleme mit diesem Thema gehabt. Es gibt klare Regeln für das Bad, die diese Fotos untersagen. Wir haben die Hausordnung insbesondere zu diesem Punkt jetzt auch noch mal auf Schildern, die wir im Bad aufgestellt haben, für alle sichtbar gemacht. Alle Mitarbeiter sind zudem angewiesen, darauf einen Blick zu haben. Bislang gab es aber keine Vorfälle und es wurden uns auch keine gemeldet.

Wäre ein Handyverbot denn technisch umsetzbar?

Sternkopf Schwierig. Wenn wir den Gästen an der Kasse das Handy abnehmen, müssen wir sicherstellen, dass es sicher registriert wird, um es dem Kunden am Ende zuordnen und wiedergeben zu können. Es gibt auch die technische Möglichkeit, die Kameralinse abzukleben. Auch das würde einen enormen Aufwand bedeuten. Bei Schlangen an der Kasse, wie es sie bei schönem Wetter gibt, würde das die Wartezeit deutlich verlängern. Dazu kommt, dass man damit rechnen muss, dass gerade junge Leute dann nicht mehr ins Bad kommen. Die gehen heute bekanntlich nicht ohne Handy aus dem Haus, das gehört heute dazu wie die Nutella aufs Brot.

In knapp zwei Wochen steigt im Freibad das Konzert von "Köbes Underground". Wie laufen die Vorbereitungen?

Sternkopf Gut, gleich nach unserem Interview fahre ich ins Freibad zum nächsten Treffen. Es ist im Vorfeld eine Menge Abstimmung mit vielen Beteiligten wie Feuerwehr, Ordnungsamt nötig. Wir haben aktuell eine To-do-Liste mit fünf dicht beschriebenen DIN-A4-Seiten. Nur ein Beispiel: die Verkehrsführung. Die Eschbachtalstraße wird am Tag des Konzerts zur Einbahnstraße, so dass man über die Mebusmühle anfährt.

Wie ist die Resonanz darauf bisher gewesen?

Sternkopf Sehr gut. Wir werden jetzt noch mal verstärkt in die Werbung gehen. Wir haben im Vorfeld etwas Rücksicht auch auf das Kasalla-Konzert genommen. Das Stadtmarketing hilft uns mit seinen Erfahrungen bei Veranstaltungen. Köbes Underground spricht eine etwas andere Zielgruppe an als Kasalla. Für Ton und Technik haben wir mit Noise Toys einen erfahrenen Partner, der das zuletzt beim Konzert der Räuber in Lennep sehr gut gemacht hat. Für das Catering haben wir mit Markus Kärst vom Hotel Kromberg einen erfahrenen Partner für solche Events im Boot. Mein besonderer Dank gilt in dem Zusammenhang nochmal dem SANA-Klinikum für die Unterstützung und natürlich dem Förderverein mit seinem Vorsitzenden Stefan Grote.

Und wer spielt als nächstes im Remscheider Freibad? Etwa die Band "Metallica"?

Sternkopf Die "Höhner" sind angefragt.

HENNING RÖSER FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
 
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