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Remscheid
Kinder fordern mehr Rücksicht

Remscheid: Kinder fordern mehr Rücksicht
Ausgestattet mit reflektierenden Warnwesten und Bannern machten sich die Kinder bei den Autofahrern bemerkbar. FOTO: Christina Segovia-Buendía
Remscheid. Im Rahmen der jährlichen Polizei-Aktion "Siehst du mich" haben Remscheider Kinder Autofahrer auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam gemacht. Gefährliche Situationen entstehen vor allem durch die sogenannten Elterntaxis. Von Cristina Segovia-Buendía

Zum Start der dunklen Jahreszeit machen diese Woche wieder Grundschüler und Kita-Kinder des Bergischen Städtedreiecks - im Rahmen der jährlichen Polizei-Aktion "Siehst du mich" - Autofahrer auf die Gefahren für Kinder im Straßenverkehr aufmerksam. Gestern Morgen waren die Drei- bis Zehnjährigen am Kremenholl aktiv.

Ausgestattet mit reflektierenden Warnwesten, Bannern und selbstgebastelten Laternen machten sich die Kinder am Kremenholl bemerkbar und forderten mehr Rücksicht von den motorisierten Verkehrsteilnehmern: Während sich die Kinder der drei Kremenholler Kitas auf der Kippdorfstraße positionierten und vorbeifahrende Autos eindrucksvoll mit den Worten "Hier sind Kinder" anschrien, standen vor der Grundschule auf der Kochstraße die Drittklässler mit den erleuchteten Symbolen fürs absolute Halteverbot.

Die Verkehrszeichen hatten die Schüler wenige Tage zuvor selbst als Laternen gebastelt und zwar aus einem guten Grund: Wie vor mittlerweile fast jeder Schule entstehen auch am Kremenholl jeden Morgen gefährliche Verkehrssituationen durch die Elterntaxis. Das bestätigten auch die beiden achtjährigen Drittklässlerinnen Lorena und Joy. "Morgens stehen hier immer sehr viele Autos, da wird es schon mal sehr eng", sagt Lorena, die unweit von der Bildungsstätte wohnt und den Weg zu Fuß geht. Auch Joy tut das und findet es gefährlich: "Man muss dann wirklich immer aufpassen."

Gesagt haben sie den Autofahrern, meist Eltern von eigenen Mitschülern, aber nie etwas. Gestern war das anders: Für Autos, die vor ihrer Schule kurz anhielten, um Kinder aussteigen zu lassen, hatten die Drittklässler Strafzettel gebastelt, die sie eifrig verteilten. Unterstützt wurden sie dabei von Polizeihauptkommissar Michael Brandenstein, der die Autofahrer aufklärte. "Wenn man die Leute richtig anspricht, dann haben sie keine Argumente für ihr Verhalten." Die meisten würden einsichtig reagieren. Und dennoch, sie immer wieder auf die Gefahr hinzuweisen, sei notwendig, urteilte auch Polizist Michael Bartsch, Leiter der Verkehrsunfallprävention.

"Das Gute an dieser Aktion ist, dass wir verschiedene Sachen abdecken." Es ginge nicht nur um die Eltern oder Autofahrer, sondern auch um die Kinder, die lernen, sich durch reflektierende Kleidung besser für andere Verkehrsteilnehmer sichtbar zu machen. Knapp 230 Kinder verunglückten vergangenes Jahr im Straßenverkehr des Bergischen Städtedreiecks. Die Zahl sei zwar für dieses Jahr rückläufig, sagt Polizist Michael Bartsch, doch die dunkle Jahreszeit beginnt ja auch erst. Und: "Das Thema muss bei allen Verkehrsteilnehmern immer wieder aufgefrischt werden."

Quelle: RP
 
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