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Remscheid
"Kino & Gespräche" - neue Reihe startet lebendig

Remscheid. Die Remscheider SPD lud jetzt zur Premiere ihrer neuen Veranstaltungsreihe "Kino & Gespräche" ins Westdeutsche Tourneetheater (WTT) ein. Themen der ersten Diskussionsrunde waren Migration, Vorurteile und Identitätsprobleme von Migranten, um die es auch im anschließend gezeigten Film ging. Von Cristina Segovia-Buendía

Was tun, in einer Gesellschaft, in der man als arabischer Migrant von vornherein stigmatisiert ist? Im Film "Fasten auf Italienisch" löst der aus Algerien stammende Franzose Mourad Ben Saoud (Kad Merad) das Problem, indem er eine italienische Identität als Dino Fabrizzi annimmt. Als Italiener wird er in Frankreich nicht nur anerkannt, er ist auch beruflich erfolgreich und kann die Vorzüge der westlichen Welt genießen. Das Problem: Mourad führt ein Doppelleben. Seine muslimischen Eltern wissen nicht, dass er sich als Italiener ausgibt und seine Verlobte wiederum kennt ihn nur als charmanten Dino. Bis er auffliegt.

Rund 60 interessierte Bürger versammelten sich am Donnerstagabend im WTT zur Filmvorführung des französischen Streifens. Zuvor hatte die stellvertretende Vorsitzende des SPD-Unterbezirks, Stefanie Bluth, zu einer Diskussionsrunde eingeladen. Als Gesprächspartner stellten sich Erden Ankay-Nachtwein, Vorsitzende des Integrationsrats, und Bircan Aslan, stellvertretende Vorsitzende der parteieigenen AG für Migration und Vielfalt, zur Verfügung. "Klar gibt es Vorurteile. Auch ich habe welche, und sie werden uns immer begegnen", sagte Ankay-Nachtwein. Wichtig sei es, aufeinander zugehen zu können und sich nicht gleich davon Ärgern lassen. "Ein bisschen müssen wir auch damit lernen zu leben." Aslan plädierte dafür, Leute vorher besser kennen zu lernen, ehe man sich ein Urteil über sie erlaube. Alle Menschen kennen zu lernen, sei nicht realistisch, widersprach Ankay-Nachtwein. Vorurteile entstünden aus Unwissenheit und Kontaktlosigkeit zu Migranten, die wiederum Angst schürten, warf ein Besucher ein. Diese Ängste, wie beispielsweise vor dem Islam oder auch Existenzängste, müssten ernster genommen werden, urteilte die Integrationsrats-Vorsitzende. "Da ist die Politik stärker gefragt."

Das gut 20-köpfige Publikum diskutierte angeregt mit, über "gute und böse Ausländer", über Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede und Integration. Am Ende war man sich einig, dass alle mehr aufeinander zugehen müssen. "Wir dürfen nicht so starrsinnig sein", sagte eine Besucherin. "Wir sollten uns in unseren Eigenheiten akzeptieren und tolerieren." Am Ende hatte auch der Film, dank Akzeptanz, ein Happy End.

Quelle: RP
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