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Remscheid
Kino – Zukunft am Bahnhof?

Remscheid. Die Situation des Metropol-Kinos bezeichnet Insolvenzverwalter Bader weiter als kritisch. Die Insolvenz wäre eine Chance für den alten Plan, am Bahnhof ein neues Kino zu bauen. Technisch wäre das möglich, sagt Investor HBB. Von Christian Peiseler und Henning Röser

Nächste Woche zeigt das Metropol-Kino neue Filme. Was wie eine Selbstverständlichkeit anmutet, ist in Zeiten der Insolvenz eine beruhigende Nachricht. Ohne neue Filme müsste das Kino seinen Betrieb einstellen. "Wir haben mit den Filmverleiher noch mal verhandeln können", sagt Insolvenzverwalter Sven Bader. Die Lage sei weiterhin sehr kritisch. Das Kino lebt von Woche zu Woche. "Was dem Kino hilft, sind Zuschauer", sagt Bader.

Vor sieben Tagen meldete Geschäftsführer Georg Dawo das Lichtspieltheater beim Amtsgericht Wuppertal die Insolvenz an. Die harten Wintermonate Januar und Dezember hatten den Kinobetreiber in eine ruinöse Wirtschaftslage gebracht. 25 Prozent weniger Besucher – das war nicht mehr aufzufangen. Der Insolvenzverwalter fand fast leere Kassen vor.

Auch der Vermieter der Räume an der Alleestraße habe schon länger keine Miete gesehen. Bader zufolge habe der Vermieter großes Interesse am Fortbestand des Kinos. Man sei im Gespräch mit verschiedenen potenziellen Interessenten. Etwas Unterschriftsreifes sei aber bisher nicht zustande gekommen.

Neues Kino am Bahnhof?

Remscheid ohne Kino? "Wir wollen, dass es in Remscheid weiter ein Kino gibt", sagt Hans Peter Meinecke, Fraktionsvorsitzender der SPD. Die Situation in Remscheid sei aber sehr kompliziert. In den ersten Plänen für die Bebauung des Bahnhofgeländes

Mitte der 90er Jahre tauchte auch die Idee auf, in den Neubaukomplex ein Kino mit vier Sälen zu integrieren. Schon damals hat die Politik versucht, ein Multiplexkino nach Remscheid zu holen. Laut Meinecke hätten die Betreiber abgewunken mit der Begründung, das rechne sich nicht. Damals, während der Planungsphase, gab es noch zwei Kinos im Stadtzentrum. Die Ausgangssituation hat sich für einen Betreiber inzwischen deutlich verändert.

Die Fläche für ein Kino am Bahnhof ist noch frei. "Bei uns liegen keine Anfragen von Multiplexkinos vor", sagt Stadtentwickler Gerd Sonnenschein. Er hätte nichts dagegen, wenn am Bahnhof ein Kino gebaut werde. Die Wirtschaftsförderung werde versuchen, mit möglichen Betreibern zu sprechen. Eine finanzielle Hilfe für das Metropoltheater schloss Sonnenschein aus.

In den bislang für einen Disco-Betrieb vorgesehenen Räumen im Südbereich des Bahnhofinvestes sei ein Kinobetrieb mit zwei Sälen technisch möglich, sagte HBB-Geschäftführer Harald Ortner gestern auf BM-Anfrage. "Wir werden da aber kein zusätzliches Geld mehr in die Hand nehmen." Bringe die Stadt eine Bürgschaft für die Miete, sei man aber gerne bereit, hier mit Remscheid zu verhandeln. Nach dem Ärger mit der Stadtspitze bei der Disco-Frage sei HBB aktuell wenig gewillt, stärker zu helfen. In Hanau habe HBB gerade einen Multiplex-Betreiber in ein Neubau-Projekt mitgebracht.

Quelle: RP
 
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