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Remscheid
Kirchenschiff strahlt als Musical-Bühne

Remscheid. In der Pfarrkirche St. Bonaventura führten Laien zusammen mit Profis das Musical "Joseph" auf. Begeisterte Zuschauer. Von Stefanie Bona

Es war eine Gemeinschaftsleistung von Profis und ambitionierten Laien, die ganz zurecht zwei Mal mit tosendem Applaus und minutenlangen Standing Ovations bedacht wurde. Vor der imposanten Kulisse von jeweils rund 600 Zuhörern in der katholischen Pfarrkirche St. Bonaventura - vor der sich viele Konzertbesucher mehr als eine Stunde vor Aufführungsbeginn einen guten Platz sicherten - präsentierten die Gemeindechöre "Jubilate Deo" und "Bona voce" Andrew Lloyd Webbers in jeder Hinsicht farbenprächtiges Musical "Joseph and the amazing technicolor dreamcoat". Der Kirchenmusiker Peter Bonzelet formte als musikalischer Leiter rund 120 Mitwirkende zu einer harmonisch agierenden Einheit. Monatelange Probenarbeit und der Sinn fürs Detail bei Bühnenbild, Musik und der auf den Kirchenraum zugeschnittenen Inszenierung zahlten sich aus.

Die Geschichte von Joseph, der von seinen eifersüchtigen Brüdern an den reichen Potiphar verkauft wird und dank seines Talents als Traumdeuter Ägypten vor einer siebenjährigen Hungersnot bewahrt, wurde mitreißend und im gebotenen rasanten Tempo dargeboten. In der Titelrolle überzeugte Philipp Maurer mit einer warmen, angenehmen Stimme. Gerade die Songs, in denen sein Gesang von den zarten Stimmen der Kinder flankiert wurde, wussten zu gefallen.

Als Erzählerin brachte Isabell Classen jede Menge Power und Charme ins Gotteshaus. Dass neben den Profis das junge Gemeindemitglied Patrick Jarosch den umjubelten Kracher der Aufführung liefern würde, ist mehr als bemerkenswert. Im "Song des King" lieferte er eine glanzvolle, rockende Elvis-Parodie und bestach mit Stimme, Bühnenpräsenz und einer großartigen Performance. Genauso engagiert wie die Choristen, die mit Leidenschaft und sichtlichem Spaß die flotten Melodien und einprägsamen Balladen intonierten, agierte Gemeindepfarrer Jürgen Behr als Jakob.

Ein Kompliment gebührt auch den zahlreichen Chorsängern, die stimmlich gut disponiert in verschiedenen Solobeiträgen eigene Akzente setzten. Die eigens für den Anlass zusammengestellte Band spielte eloquent und war in jedem Augenblick aufmerksam und präsent. Dass die Aufführung gerade dieses Webber-Musicals mit seinen so verschiedenen musikalischen Stilrichtungen in Dynamik und Lautstärke nicht vergleichbar mit einem Kammerkonzert ist, versteht sich von selbst. Allerdings erwies sich die Kirchenakustik doch als eine große Herausforderung, die seitens der Technik gerade in Bezug auf die Textverständlichkeit hier und da etwas mehr Differenzierung verlangt hätte. Ein vergleichsweise kleines Manko einer ansonsten fabelhaften Vorstellung, die für rundum gute Laune sorgte.

Quelle: RP
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