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Remscheid
Klamauk-Show mit rasantem Rollenwechsel

Remscheid. Mit seinem Programm "Mord bis der Arzt kommt" bot Sascha Gutzeit den Gästen im Rotationstheater eine komödiantische und schauspielerische Meisterleistung - und zig Anlässe zum Lachen. Von Bernd Geisler

Sascha Gutzeit alias Kommissar Heinz Engelmann alias Undercover-Ermittler Dr. Engelbert Heinzmann alias "Der Dreigroschenopa" alias Chefarzt Prof. Klaus Jürgen alias Polizeibeamtin Liesel Weppen alias Oberschwester Hilde alias Krankenschwester Esther alias Kommissar Jaques Pernod - fehlen in dieser Aufzählung vielleicht noch ein paar Charaktere aus dem Schauspiel alias Live-Hörspiel alias Krimikabarett alias Musical alias Kasperletheater alias Comedy alias Arztserie alias Tatort-Film "Mord bis der Arzt kommt"?

Könnte sein, immerhin fielen irgendwo und irgendwann im Rotationstheater die Namen solche illustren Figuren wie "Anästhesistin Eva Gessen" und der "Rocksänger Rotz Tewart". Egal, bei dieser Menge Figuren kann das schon mal passieren. Zudem alle, wirklich alle, Rollen von ein und derselben Person gespielt wurden: Autor Sascha Gutzeit. Nicht nur eine komödiantische und schauspielerische Meisterleistung - Gutzeit hatte während des gesamten Stückes keine einzige Ruhepause.

Hinzu kam der temporeiche Wechsel von einer Figur zur anderen. Natürlich konnte er sich nur mit minimalen Accessoires vom Kommissar zur Oberschwester und zurück zum Chefarzt und dann wieder in den Krankenhauspatienten verwandeln. Aber das gelang ihm mühelos - allen Besuchern war stets klar, wer in diesem Moment das Sagen und Singen auf der Bühne hatte. Und wenn nicht, dann spielte es auch keine Rolle.

Das gesamte Geschehen auf der Bühne war derart grenzenlos lustig, abstrus blödelhaft und kreativ komisch, dass selbstredend das Gesagte und Gesungene Herr der Bühne war. Die Besucher kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus. Es war das befreiende Lachen, das nicht einem Entsetzen folgt, sondern dem Gedanken: "Wie kann man nur auf einen solchen (höheren) Blödsinn kommen?" Der komplette Inhalt wird hier natürlich der Spannung wegen nicht verraten. Es geht damit los, dass Liesel während einer Observierung sechs Mal angeschossen wird und im Krankenhaus des Prof. Klaus Jürgen landet. Der Professor trägt einen gigantischen Vorbiss, findet sich deshalb für unwiderstehlich und besingt sich selbst als "reich und schön". Klar, dass er nicht alle Tassen im Schrank hat.

Wie im Übrigen alle anderen Figuren auch. Für Dialoge stellte sich Gutzeit eine lebensgroße Holzfigur mit seinem Konterfei zur Seite, die er schnell zur jeweils benötigten Figur aufmöbeln konnte. Deren Sätze kamen aus der Konserve. Gutzeit musste höllisch aufpassen, um sich damit zu synchronisieren. Es gelang tadellos. In der Zugabe befreite Kommissar Engelmann dann noch seine Gehilfin Liesel aus der "Ärztekammer" und entließ damit grinsend die Besucher seiner Klamauk-Show. Ende gut - Lachen gut.

Quelle: RP
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