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Remscheid
Kleiner Horrorladen als große Talentbühne

Remscheid: Kleiner Horrorladen als große Talentbühne
Glanzvoller Auftritt auf der Bühne des WTT - Mehmet Aydin als umschwärmter Zahnarzt. Junge Schauspieler machten die Premiere von der "Der kleine Horrorladen" mit ihrem nahezu professionellen Spiel zum Erfolg. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Kooperation von Musik- und Kunstschule und WTT-Theaterwerkstatt: Nachwuchsschauspieler überzeugen bei der Premiere mit ihrem facettenreichen Spiel. Von Stefanie Bona

Zehn junge Leute schnupperten Bühnenerfahrung und wuchsen dabei über sich hinaus. Die Aufführung des Kultmusicals "Der kleine Horrorladen" von Alan Menken und Howard Ashman war als gemeinschaftliches Projekt der Musicalwerkstatt der Remscheider Musik- und Kunstschule (MKS) und der Theaterwerkstatt des Westdeutschen Tourneetheaters (WTT) ein Volltreffer.

So nahmen die Darsteller nebst Band bei der Premiere am Samstagabend ganz zurecht die Ovationen des Publikums im ausverkauften Haus entgegen. Den Anspruch, den das WTT gemeinhin an seine Produktionen mit dem eigenen Ensemble hat, war auch bei der Arbeit mit den Bühnenneulingen die Messlatte. Hübsche Kostüme, eine gute Akustik, passende Requisiten und eine gut gemachte Ausstattung und Beleuchtung setzten die Akteure mit einem professionellen Umfeld ins rechte Licht. WTT-Intendantin Claudia Sowa und Schauspielerin Verena Sander gelang es mit MKS-Leiter Stefan Steinröhder als musikalischem Leiter, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu einer bemerkenswerten Leistung zu führen.

Allen voran Justin Estradas, der die facettenreiche Rolle des Seymour herausragend ausfüllte. Die Geschichte um den ein trauriges Dasein fristenden Vorstadt-Blumenladen von Mister Mushnik, in dem sich die fleischfressende Pflanze "Audrey Zwo" in ein blutrünstiges Monster verwandelt, brachte das Ensemble mit Tempo und Esprit auf die Bühne. Die sich zart anbahnende Romanze zwischen Seymour und Blumenmädchen Audrey - hinreißend dargestellt von der wunderschön singenden Katrin Hölter - wurde genauso stimmig herausgearbeitet wie die vielen komischen Momente der Bühnenvorlage. So sorgte gerade Mehmet Aydin als sadistisch veranlagter Zahnarzt für sichtlichen Spaß im Publikum. Kim Preyer war als Blumenhändler Mushnik ein wahres Ekelpaket, das vor allem um seinen eigenen Vorteil bedacht war.

Annbritt Faubel, Alexander Henke, Henri Mertens, Pia-Sophie Remmel, Anna Gensicke und Lara Gillian Seckler fügten sich etwa als Fernsehproduzenten, quirliges Girlie-Quartett und Theater-Chor tadellos, spiel- und gesangsfreudig in die Handlung ein.

Auch die hinter einer Plexiglaswand aufspielende Band mit Pädagogen der MKS unterstützte die Theatertalente hervorragend. Alles in allem eine rundum gelungene Zusammenarbeit zweier engagierter Remscheider Kultur- und Bildungseinrichtungen.

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Quelle: RP
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