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Remscheid
Kleinkunstpreis begeistert Publikum

Remscheid. Die sechste Auflage des vom Initiativkreis Kremenholl initiierten Comedy-Wettbewerbs gewann Rupert Schieche. Von Bernd Geisler

Der Gewinner des Kremenholler Comedy-Kleinkunstpreises heißt Rupert Schieche. Unter dem sinnigen Künstlernamen Gisbert Fleumes punktete er mit lustigen Versen in allen Variationen beim Publikum und einer Fachjury. Vieles erinnerte im Stil an Heinz Erhardt. Auf den weiteren Plätzen des Spaß-Wettbewerbs landeten Thomas Schmidt, Sandra Petrat, Tanja Haller und Berhane Berhane.

Zum sechsten Mal hatte der Initiativkreis Kremenholl seinen Comedy-Kleinkunstpreis ausgelobt. Die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung war bereits Wochen vorher ausverkauft. Wobei "Kleinkunst" nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist. Die Ausschreibung suchte Talente, die in zwei Durchgängen jeweils ein siebenminütiges "Stand-Up-Programm" aufführen sollten. Gefragt war "ein kleines, unterhaltsames, nicht unbedingt in politischem oder gesellschaftskritischem Sinne anspruchsvolles Programm".

Genau so war's. Politisches Kabarett boten die fünf Kleinkunstkünstler nicht. Vielleicht gerade deswegen war die Stimmung bombig. In Zeiten immer komplizierter werdender gesellschaftlicher und politischer Verhältnisse sind einfache Erklärungen gefragt. Der Ruf im alten Rom "Brot und Spiele" heißt auf karnevalistisch-rheinisch "poppe, kaate, danze" und landet in der derzeitigen "Kleinkunst-Szene" oftmals unter der Gürtellinie. So bei Thomas Schmidt und Sandra Petrat. Das Publikum johlte. Jeder Gag ein Treffer. Tanja Haller legte eine glanzvolle schauspielerische Leistung auf die Bretter, ließ aber den dringend gewünschten Humor vermissen. Der Heidelberger Berhane Berhane (er heißt wirklich so) agierte locker-flockig im Zusammenspiel mit dem Publikum und sorgte für Stimmung.

Überhaupt: Es fiel auf, dass bis auf den Gewinner alle anderen Wortakteure inklusive des Moderators Helmut Sanftenschneider stets Lacher erzeugten, wenn sie sich selbst heruntermachten. Schmidt etwa ereiferte sich über seine dreijährige Ausbildung zum Tankwart. Das konnte er offensichtlich in seiner Dummheit nicht begreifen und gelangte über die Einführung des Tankzapfens in den Tankstutzen zu seinem Lieblingsthema. Ein Brüller.

Berhane kam an seiner Hautfarbe nicht vorbei ("Wenn Ihr PC-Bildschirm schwarz ist, sind Sie auf meiner Homepage") und Petrat an ihrer Kleinwüchsigkeit ("Auf meinem Passbild sind die Füße zu sehen"). So etwas wirkt. Die Leute sind froh, selbst nicht unter solchen vermeintlichen Unzulänglichkeiten zu leiden. Diese Tatsache - verbunden mit dieser überraschenden Erkenntnis - führt zur spontanen (Schaden-) Freude.

Gott sei Dank legten die acht Mädels der Tanztruppe "Dancelicious" eine professionelle Sohle aufs Parkett, die so manchen platten Gag vergessen ließ.

Quelle: RP
 
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