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Remscheid
Klimawandel - das Leben in aufgeheizten Städten

Remscheid. Nächste Woche startet eine Fragebogenaktion der RWTH Aachen, an der sich auch Remscheider beteiligen sollen.

Sommerhitze Anfang Juni, Gewitter noch vor Beginn des Sommers - selbst im rauen Bergischen Land kommen die Hitzeperioden zu früh, die Menschen ächzen unter den Wetterkapriolen. Besonders die Städte heizen sich auf. Unter dem Titel BESTKLIMA startet die RWTH Aachen ein Forschungsprojekt, das sich mit der Anpassung der drei bergischen Großstädte an den Klimawandel beschäftigt. Dazu werden Fragebögen an ausgewählte Haushalte in den Stadtteilen Wuppertal Arrenberg, Solingen Ohligs und Remscheid Ostbahnhof geschickt.

Das Projekt braucht diese Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger, um zu ermitteln, wie sich Menschen insbesondere in den zunehmenden Hitzephasen in den Städten verhalten. Die Fragebogenaktion läuft vom 13. bis 17. Juni.

Es geht darum, zu ermitteln, wie wir in unseren Städten, die sich in den Zeiten gestiegener Sommertemperaturen besonders aufheizen, leben. Wie Menschen, die zu den Risikogruppen gehören, damit zurecht? Um wie sich Menschen in solchen Phasen verhalten? Die Wissenschaftler brauchen Angaben, um abzuleiten, welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um Menschen in den Städten das Leben zu erleichtern. Sie möchten herausfinden, was im Rahmen der Stadtplanung getan werden kann, damit Städte auch in Zukunft bei zunehmender Sommerhitze lebenswert bleiben - für alle Menschen. Denn: Extreme Wetterereignisse werden zunehmen. Dazu gehören langanhaltende Hitze und Trockenperioden.

Laut den aktuellen Klimamodellen ist bis zum Ende des Jahrhunderts mit einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur von 2,6 bis 4,8° C zu rechnen. In Deutschland wird ein Anstieg der jährlichen Durchschnittstemperatur um 3,5 °C erwartet. Auch die Anzahl der warmen Sommertage - Tage, an denen die Tageshöchsttemperatur von 25° C erreicht oder überschritten wird - wird steigen. Laut Prognosen wird die Anzahl dieser Tage zunächst bis 2050 um zehn Tage zunehmen.

Die Haushaltsbefragung in den drei Städten erfolgt in Form von Fragebögen, die handschriftlich oder online ausgefüllt werden können, Erkenntnisse für den Umgang mit Hitzephänomenen in Städten zu gewinnen. Neben den Bürgerinnen und Bürgern werden auch Experten zum Beispiel aus den Bereichen Gesundheit, Pflege und Wohlfahrt sowie Hilfsorganisationen und aus Stadtteilzentren befragt. Sie können Auskunft geben, welche Orte Bewohner bestimmter Stadtteile in Hitzeperioden aufsuchen.

Das Forschungsprojekt BESTKLIMA wird von dem Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr an der RWTH Aachen in Zusammenarbeit mit den Städten Remscheid, Solingen und Wuppertal und der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (BSW) durchgeführt. Mit dem durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit geförderten Projekt sollen übertragbare Lösungsansätze entwickelt werden, die Wege zu einer Klimaanpassung auch über das Bergische Städtedreieck hinaus aufzeigen und Impulse für eine Stadt und Regionalplanung in Deutschland setzen.

(BM)
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