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Zwei der Kölner Opfer aus Remscheid
"Es war widerlich und erniedrigend"

Köln Hauptbahnhof - Zwei Opfer kommen aus Remscheid
Nach den Übergriffen auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht ist die Zahl der Anzeigen auf 90 gestiegen, darunter auch die der Remscheiderinnen. FOTO: dpa, obe ink
Remscheid. Unter den Opfern, die in der Silvesternacht am Kölner Dom umzingelt, ausgeraubt und sexuell massiv attackiert wurden, befinden sich auch zwei junge Frauen aus Remscheid. Sie berichten von erschreckenden Szenen. Die Polizei habe nicht geholfen.

Die beiden 18-jährigen Gymnasiastinnen haben am Neujahrstag Strafanzeige gegen unbekannt auf der Remscheider Polizeiwache gestellt, bestätigte am Dienstag ein Polizeisprecher.

Die beiden jungen Frauen waren gegen 22.30 Uhr mit dem Zug am Kölner Hauptbahnhof angekommen und hatten sich das Silvesterfeuerwerk am Rhein angeschaut, wie der Remscheider General-Anzeiger berichtet. Gegen 0.20 Uhr wollten sie dann in einem Club an den Kölner Ringen weiterfeiern. Gemeinsam mit zwei Mädchen aus Bayern gerieten sie in einen Pulk aggressiver junger Männer, die sie umzingelten.

Dem Medienbericht zufolge wurden sie angepöbelt, ausgelacht und begrapscht. Die Täter, die die Frauen als "südländisch aussehend" beschreiben, hätten sie massiv bedrängt, ihnen unter die Kleidung gefasst und ihnen die Hosen geöffnet. "Es war widerlich und erniedrigend", werden die Opfer zitiert. "Wir waren wie Freiwild für die."

Bei den Angreifern soll es sich um bis zu 30 junge Männer im Alter von 20 bis 25 Jahren gehandelt haben. Etwa zehn Minuten lang seien die vier Frauen von der Horde bedrängt und gedemütigt worden, bevor sie sich aus ihr lösen konnten. Unweit des Angriffsortes hätten sie sich dann hilfesuchend an Polizisten gewendet. Sie seien aber nicht gehört und "weggeschickt" worden. Als sie dann am nächsten Morgen im Internet den Aufruf der Polizei an die Opfer lasen, sich zu melden, seien sie zur Remscheider Wache gegangen und hätten Anzeige erstattet.

Die Anzeigen seien inzwischen an die Kölner Behörde weitergeleitet worden, heißt es aus der hiesigen Polizeipressestelle. Die Bearbeitung des Falles erfolge dort. In der Domstadt hatte sich die Zahl der Anzeigen bis Dienstagnachmittag auf 90 erhöht.

Bei den Tätern soll es sich nach übereinstimmenden Angaben um junge Männer handeln, die aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum stammen.

(bu)