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Markus Kötter
"Kölner Straße muss hübscher werden"

Markus Kötter: "Kölner Straße muss hübscher werden"
Markus Kötter beim Interview in den Redaktionsräumen der Bergischen Morgenpost. FOTO: Meuter, Peter
Remscheid. Der Bezirksbürgermeister von Lennep will bei der Sporthalle Hackenberg noch nicht locker lassen.

Herr Kötter, seit mehreren Monaten wird die Trecknase umgebaut. Sind Sie mit dem Baustellenmanagement zufrieden?

Markus Kötter Wir wussten, dass wir mit der Baustelle keine leichte Aufgabe übernehmen werden. Das ganz fing recht positiv an. Da war ein gutes Team am Werk. Doch leider hat das beauftragte Unternehmen den Planungen einen Strich durch die Rechnung gemacht, indem es nicht vertragsgerechte Leistungen erbracht hat. Jetzt sind Nacharbeiten erforderlich. Aber ich muss ein großes Lob an diejenigen aussprechen, die erkannt haben, dass da Baumängel vorliegen. Jetzt gibt es zwar Verzögerungen, aber alle haben bisher gut mitgezogen. Die Übersichtlichkeit der Baustelle ist ein Problem vor allem für Ortsunkundige. Man kann die Markierungen zum Teil nicht immer richtig deuten, auch wenn jedem bekannt sein sollte, der einen Führerschein hat, dass in einer Baustelle die gelben Markierungen Vorrang haben. Von daher freue ich mich, wenn es jetzt endlich weitergeht. Die Firma Dohrmann hat letzte Woche angefangen. Hoffentlich kann der avisierte Termin im Oktober gehalten werden.

Was bedeutet die Eröffnung von Hertie für Lennep?

Kötter Zum Glück ist der Leerstand am Rande der Altstadt beseitigt. Wir haben damit einen neuen Frequenzbringer. Das war keine einfache Entscheidung. Wir haben lange in der BV darum gerungen. Wer in den letzten Tagen dort war, der konnte sehen, die Läden werden super angenommen. Bisher hat sich auch niemand über Parkplatzprobleme beschwert. So viele Menschenmassen zu Fuß auf der Kölnerstraße habe ich lange nicht gesehen. Das kann auch nur gut sein für die Geschäfte in der Lenneper Altstadt. Ich finde, es ist rundum schön geworden.

Ein bisschen oberhalb von Hertie ist die Polizei noch untergebracht. Wo soll die neue Polizeiwache hinkommen?

Kötter Die Polizei soll dahin, wo es vernünftige Arbeitsbedingungen für die Polizisten gibt. Es ist die Sache der Polizeibehörden zu entscheiden, wo der richtige Ort ist. Das bisherige Gebäude in der Wupperstraße ist nicht besonders bürgerfreundlich, das neue sollte auch einladend sein. Wichtig ist, dass die Polizeistation auf jeden Fall in Lennep bleibt, und uns nicht das gleiche Schicksal erreicht wie in Lüttringhausen. Einen Neubau auf dem Gelände des Heizkraftwerkes würde ich begrüßen. Da bin ich auch gerne bereit, noch ein paar Gespräche zu führen, falls es daran mangeln sollte.

Zu Verbesserung der Situation an der Kölner Straße hat die BV ein Sofortprogramm beschlossen. Wie ist da der Stand der Dinge?

Kötter Die Kölner Straße ist ein gutes Beispiel dafür, was Bezirksvertretungen für ihren Stadtteil erreichen können. Wir haben gemeinschaftlich festgestellt, an der Kölner Straße gibt es Handlungsbedarf. Die BV hat einstimmig kurzfristige und langfristige Maßnahmen besprochen. Die Sauberkeit als Sofortmaßnahme kam nach einem Treffen mit der TBR heraus. Das betraf zum Beispiel das Gelände der Schule Glocke und auch den Bereich Kreishaus. Überall muss gesäubert und aufgeräumt werden. Dann sieht alles ein bisschen angenehmer aus und hilft uns über die Zeit, in denen wir langfristige Maßnahmen entwickeln und umsetzten können. Die Kölner Straße muss auf Dauer hübscher werden. Und das schaffen wir auch. Da bleiben wir am Ball.

Der Oberbürgermeister hofft, dass noch in diesem Jahr die Bauarbeiten für das DOC beginnen. Rechnen Sie auch damit?

Kötter Ich würde mich darüber freuen, wenn es die ersten Gerichtstermine gebe. Dann können wir sehen, da tut sich etwas, da kommt Bewegung in die Sache. Ich habe gehört, die Verwaltungsgerichte sind aufgrund der Einsprüche bei Asylverfahren total überlastet. Erst bei einem Termin kann man sehen, wie läuft das Verfahren. An welchen Stellen gibt es Beratungs- oder Verhandlungsbedarf? Das wird ein großer Tag, wenn zum ersten Mal terminiert ist. Das wäre der erste greifbare Meilenstein. Auch die DOC-Gegner haben einen Anspruch darauf, zu erfahren, wie es weitergeht. Ich denke, die Anzahl der Klagen sind für ein Projekt dieser Größenordnung völlig normal. Wir haben das Pech, dass die Gerichte total überlastet sind. Ich gehe aber davon aus, dass alles rechtssicher ist.

Sie haben sich für die Halle Hackenberg als Festhalle eingesetzt. Daraus ist aber nichts geworden.

Kötter Bisher.

Damit geben Sie sich nicht zufrieden?

Kötter Man hätte Lösungen finden können, die für alle gut und verantwortbar sind. Ich weiß nicht, ob man da nicht die Flinte zu früh ins Korn geworfen hat. Ich finde schade, dass man die Sachen nicht bis zum Ende vernünftig ausgehandelt hat. Wir haben immer gesagt: Es darf nicht inflationär werden. Das muss auf ein paar wenige Veranstaltungen reduziert bleiben.

Wollen Sie das Thema noch mal angehen?

Kötter Wir warten noch auf die abschließende Behandlung durch die Verwaltung. Es gibt noch keine ausführliche Mitteilung. Ich hätte gerne gesehen, wie die Halle belegt ist und welche Ausweichmöglichkeiten es gegeben hätte. Ich glaube nicht, dass die Verwaltung alles so abgeklopft hat, wie die Politik und die Karnevalsgesellschaft sich das gewünscht hätten. Es ist von der Verwaltung vieles gar nicht schriftlich abgefragt worden. Per Zuruf am grünen Tisch wurde entscheiden.

Die Einzelhändler waren nicht zufrieden mit den verkaufsoffenen Sonntagen im vorigen Jahr. Wie viele Sonntag braucht die Altstadt?

Kötter Bisher wurde immer die maximale Zahl angemeldet. "Lennep blüht auf" ist auch die erste Veranstaltung, die in diesem Jahr wieder stattfindet. Voriges Jahr hat Verdi sie mit Erfolg beklagt. Das finde ich schade. Wir haben in Lennep viele Geschäfte, die inhabergeführt sind. Wir haben nicht die superriesen Kaufhäuser. Da gibt es Leute, die auf die Umsätze an diesen Sonntagen angewiesen sind. Ich finde es schade, dass man denen, die es sowieso schon schwer haben, sich gegen den Internethandel durchzusetzen, einen Sonntag kaputtmacht.

Die Altstadt ist auch für Touristen attraktiv. Gibt es genügend Werbung für den Tourismus?

Kötter Ich denke, die gesamte Tourismusförderung hat noch Luft nach oben. Die Leute brauchen aber einen Anreiz, um nach Remscheid zu kommen. Wie das Weinfest oder das Altstadtfest. Da erhoffe ich mir einiges vom DOC. McArthurGlen hat eine viel größere Werbeplattform. Wenn ich nach Düsseldorf fahre, lese ich "McArthurGlen Roermond" auf der Straßenbahn. Wenn in den großen Städten in unserer Umgebung demnächst "Kommen sie nach Lennep" draufsteht, wäre das sehr gut. Aber vielleicht steht auch drauf "Kommen Sie nach Remscheid". Da müssen wir noch drüber reden.

Die Leute fragen sich vielleicht, wo liegt Lennep?

Kötter. Nein, Lennep findet man schon. Lennep ist ein Begriff.

CHRISTIAN PEISELER FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
 
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