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Remscheid
Kontrolleure bremsen Komasaufen aus

Remscheid: Kontrolleure bremsen Komasaufen aus
Im Röntgen-Museum (nicht mehr in der Stadtteilbibliothek - Foto) ist die Auffangstation für junge Alkoholopfer eingerichtet. Eimer stehen für alle Fälle bereit, auch ein Arzt wird dort im Einsatz sein. FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Remscheid. An Rosenmontag schreiten Teams aus Polizei, Ordnungs- und Jugendamt auch bei unerwünschter Anmache ein. Von Solveig Pudelski

Karneval feiern ohne Angst - Überfälle und Übergriffe wie in der Kölner Silvesternacht dürfen nicht mehr passieren. Darin sind sich alle Städte einig und versuchen, unerwünschtes Antanzen und Anmache gegen den Willen von Frauen zu verhindern. Daher werden die Einsatzkräfte beim Lenneper Rosenmontagszug ein besonderes Augenmerk darauf richten, was sich in den Menschenansammlungen oder auch jenseits der Massen abspielt.

In brenzligen Situationen greifen sie sofort ein. "Neben den Jugendschutzkontrollen haben unsere Teams einen neuen Schwerpunkt", sagt Jürgen Beckmann, Leiter des Ordnungsamtes. Das Ziel: Die Jecken sollen ausgelassen feiern, schunkeln und bützen dürfen und sich dabei sicher fühlen können, dass ihnen im Ernstfall geholfen wird. Frauen, die bedrängt werden, sollen rasch Hilfe bekommen.

Zum Hintergrund: Jedes Jahr bilden Mitarbeiter des Ordnungs- und Jugendamtes mit Polizisten Teams. Sie achten an Rosenmontag in Lennep darauf, dass Kinder und Jugendliche nicht Alkohol konsumieren. Fälle von Komasaufen gab es in der Vergangenheit immer wieder. Bei solchen Jugendschutzkontrollen werden Alkoholika konfisziert und die Flaschen an Ort und Stelle ausgekippt. Zu vorgerückter Stunde lasen die Teams stark betrunkene Jugendliche von der Straße auf. Einige mussten ins Krankenhaus gebracht werden. "Selbstverständlich haben wir das auch in diesem Jahr im Blick", versichert Beckmann. Noch bevor der Zoch rollt, schwärmen die Jugendschutzkontrolleure aus, schauen in die Rucksäcke der Kids und prüfen, ob sich die Supermärkte an Vorschriften halten, nichts Promillehaltiges an Jugendlichen zu verkaufen.

Schlechte Karten hätten auch ältere Jugendliche, die den Jüngeren den Alkohol besorgen. Wenn die Minderjährigen dann zu Schaden kommen und die Strohmänner erwischt werden, werde dies als Straftat geahndet.

Im Röntgen-Museum ist die Auffangstation für junge Betrunkenen eingerichtet - Feldbetten und Eimer stehen bereit, ein Arzt schaut sich den Gesundheitszustand der Alkoholopfer an.

Drei Gruppen mit je zehn Leuten - acht vom Ordnungsamt, einer vom Jugendamt und ein Polizist - sind unterwegs und nehmen sich gezielt die neuralgischen Punkte vor. Diesmal sind sie auch instruiert, die Erwachsenen in den Blick zu nehmen. So sollen sie auf Auffälligkeiten im dichten Gedränge achten - "Schreie, Rufe, Rangeleien und Abwehrreaktionen", beschreibt Beckmann den Auftrag. Bei Bedarf wirken sie auf die Übeltäter ein oder greifen bei Auswüchsen sofort ein. "Es ist immer ein bewaffneter Polizist dabei", sagt Beckmann. Seine Teams haben nochmals eine interne Schulung durchlaufen und mit einem Selbstverteidigungs-Profi Selbstsicherungs- und Eingriffstechnik geübt. Auch Frauen gehören zu den Teams. Es gelte der Grundsatz, dass Jugendliche nur von geschlechtergleichen Personen durchsucht werden dürfen.

Auch Wildpinkler haben die Ordnungsteams im Visier.

Quelle: RP
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