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Remscheid
Kostbarkeiten der Klaviermusik

Remscheid. Zu Ehren des verstorbenen Musikjournalisten Ulrich Mutz spielten Uta Klisch und Ruth Forsbach. Von Anna Mazzalupi

Das Interesse an diesem Konzertabend war riesig. Der Vaßbendersaal war fast bis auf den letzten Platz besetzt, nachdem die Sitzreihen noch um einige Stühle ergänzt werden mussten. Für "In memoriam Ulrich Mutz", spielten Uta Klisch und Ruth Forsbach zusammen am Bösendorfer Flügel, um den im Februar plötzlich verstorbenen Musikjournalisten und Mitarbeiter der Bergischen Morgenpost zu gedenken.

"Wir freuen uns, ein Programm zu präsentieren, von dem wir denken, dass es auch Ulrich Mutz gefallen hätte", sagte Forsbach zu Beginn des knapp zweistündigen Abends, bei dem die beiden Musikerinnen Werke für Klavier zu vier Händen spielten. Der unerwartete Tod des beliebten Kulturjournalisten mit 51 Jahren traf Familie und Freunde tief. Mutz schrieb unter anderem lange Kritiken für die Bergische Morgenpost, war dem Remscheider Konzertpublikum aber vor allem durch seine Einführungsvorträge zu den Philharmonischen Konzerten und seiner Moderation auf WDR3 bekannt.

Mutz' Leidenschaft für die klassische Musik und sein Bedürfnis, diese mit dem Publikum zu teilen, habe ihn ausgemacht, merkte Werner Wittersheim von WDR3 in seinem kurzen Nachruf an. Er habe es verstanden, mit seiner freundlichen Art den Zuhörer durch die nicht immer ganz einfache Welt der Musik zu führen. Weil ihm besonders Richard Wagner am Herzen lag, durfte dieser neben Robert Schumann und Johannes Brahms bei dem Benefizkonzert nicht fehlen. Klisch und Forsbach, so kündigte Wittersheim es an, spielten eine "echte Kostbarkeit": einen Auszug von Wagners letztem Bühnenwerk "Parsifal", an dem Engelbert Humperdinck mitwirkte. Die Bearbeitung für das Klavier für vier Hände stammt aus Humperdincks Feder und war ein Highlight des Abends. Es war eine Freude, die beiden Pianistinnen zu beobachten und zu sehen, wie jede ihren Part des Werkes mit dem ganzen Körper spielte. Klisch und Forsbach berührten hingebungsvoll die Tasten und gingen ganz in den Tönen auf.

Wer wollte, schloss die Augen und ließ sich von der Melodie der Stücke davontragen, etwa von Bedrich Smetanas "Vltava" (Die Moldau). Mit den märchenhaften Stücken von Maurice Ravel ging es auf eine Reise, die von fernöstlich über romantisch-verträumt bis hin zu melancholischen Klängen reichte. Das schöne Konzert hätte Mutz sicherlich gefallen. Der Erlös des Abends ist für die Unterstützung seiner Frau und seiner Kinder gedacht.

Quelle: RP
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