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Remscheid
Kreative Gefangene gestalten Adventsbasar

Remscheid: Kreative Gefangene gestalten Adventsbasar
Der Andrang ist groß: Mehr als 1000 Besucher kamen 2015 zum Adventsbasar in der JVA. Insbesondere die Holzarbeiten der Schreinerei sind beliebt. FOTO: J. Moll
Remscheid. Am Samstag finden beim Adventsbasar der JVA Lüttringhausen die Produkte der Inhaftierten neue Besitzer. Von Verena Kensbock

Das ganze Jahr schon bereiten sich die Gefangenen der JVA in Lüttringhausen auf diesen Termin vor: den Adventsbasar. Mehr als Tausend Besucher kommen jährlich hinter Gittern, um die Arbeiten der gefängniseigenen Schreinerei, Schneiderei, Schlosserei, Schuhmacherei und aus der Arbeitstherapie zu erstehen.

Selbst verkaufen können die Insassen aber nicht, sagt JVA-Leiterin Katja Grafweg. "Wir stellen keine Inhaftierten aus und viele wollen auch nicht zu erkennen sein." Die Entscheidung habe aber auch Sicherheitsgründe. "Wir können keine Vermischung von Inhaftierten und Besuchern riskieren." Dennoch sei der Adventsbasar für die Gefangenen ein besonderes Erlebnis. "Sie merken, dass ihre Produkte nicht nur im offenen Vollzug einen Wert haben, sondern auch draußen Anklang finden", sagt Grafweg. Insbesondere die Mitarbeiter der Arbeitstherapie, die das gesamte Jahr für den Basar produzieren, seien stolz. "Es ist eine riesige Motivation, wenn das Lager leer ist und die Inhaftierten wissen, dass sie nicht für den Mülleimer arbeiten." Für jeden Basar denken sich die Gefangenen neue Besonderheiten aus. Im vergangenen Jahr waren das Kulturbeutel aus Bettüberzügen. Was es dieses Mal für Überraschungen geben wird, will Katja Grafweg noch nicht verraten. "Die Besucher am Samstag sollen sich einfach überraschen lassen."

Sebastian Laubach verrät etwas mehr. Er leitet stellvertretend die Schreinerei der JVA. Die Hauptaufgabe seiner 30 Mitarbeiter: die Möbelausstattung der Behörden im Land. Die vergangenen drei Monate stand aber auch hier Weihnachten auf dem Plan. "Die Besucher erwartet ein breites Spektrum an Produkten", verrät er. "Wir haben momentan viele kreative Inhaftierte in der Tischlerei. Die haben sich Außergewöhnliches einfallen lassen." Ein Gefangener, gelernter Kfz-Meister, habe zum Beispiel besondere Schachbretter mit futuristischen Figuren entworfen. Aber auch Weihnachtsdekoration und alltägliche Gegenstände wie Messerblöcke und Kindermöbel haben die Insassen produziert.

Sieben seiner Mitarbeiter haben bereits eine Ausbildung im Holzbereich, sagt Laubach. "Es sind aber auch viele dabei, die sich einfach mal ausprobieren wollen und dabei viel Geschick zeigen." Für die Tischlerei sei der Basar eine gute Gelegenheit, um sich auch der zivilen Bevölkerung zu präsentieren. "Und für die Gefangenen ist es eine Möglichkeit, kreativ zu arbeiten."

Produkte, die beim Basar keinen neuen Besitzer finden, spendet die JVA an Kinderheime oder Hilfseinrichtungen. Die Erlöse werden direkt in den Adventsbasar des kommendes Jahres oder auch ein Sommerfest investiert.

Sa. November, 9 bis 14 Uhr, JVA Remscheid-Lüttringhausen, Masurenstraße 28

Quelle: RP
 
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