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Remscheid
Kreutzer: Idee eines Boulevards Kölner Straße besteht weiter

Remscheid: Kreutzer: Idee eines Boulevards Kölner Straße besteht weiter
Viel Verkehr rollte über die Kölner Straße, an Aufenthaltsqualität mangelt es. Die Boulevardpläne sollten dies ändern. FOTO: Moll (archiv)
Remscheid. Eine alte Projektidee flammt erneut auf: die Kölner Straße in eine ansehnliche Flaniermeile mit Grünstreifen in der Mitte umzugestalten, damit der Einzelhandel dort eine Chance zum Überleben hat. Denn heute prägen Leerstände mehr denn je das Bild. Von Solveig Pudelski

Auslöser für die Diskussion über eine städtebauliche Neugestaltung ist der in der Bezirksvertretung Lennep diskutierte Verkauf eines Streifens auf dem Bürgersteig vor dem Hertie-Gebäude an den Investor Ten Brinke. Der würde die vor zehn Jahren geschmiedeten Pläne zunichtemachen, warnte Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins.

"Wir wünschen vorab einen aktuellen Sachstand über das Projekt,Boulevard Kölner Straße'", sagte Bezirksbürgermeister Markus Kötter auf BM-Nachfrage. Er reagiert damit auf den Appell von Klaus Kreutzer, die Boulevard-Pläne nicht aus den Augen zu verlieren. Denn die Bezirksvertretung Lennep hatte jüngst empfohlen, dem Verkauf von 142 Quadratmetern Bürgersteig an den Investor nach der Sommerpause per Eilbeschluss zuzustimmen. Diese Fläche benötigt Ten Brinke, um zwei 50 Meter lange Rollsteige bauen zu können, welche Kunden zum geplanten Aldi-Markt zu befördern. Wie berichtet, wird das Hertie-Gebäude für diesen Discounter und nach BM-Informationen für eine Edeka-Filiale umgebaut sowie ein neues Parkdeck errichtet.

Die Idee, die Kölner Straße städtebaulich aufzuwerten, ist rund 20 Jahre alt und wurde vor zehn Jahren aus finanziellen Gründen zurückgestellt. 3,6 Millionen Euro habe das Land zur Verfügung gestellt, sagt Klaus Kreutzer. Die Gelder habe Remscheid damals aber nicht abgerufen.

Vorausgegangen war ein studentischer Wettbewerb, aus dem prämierte Entwürfe zur Neugestaltung der Geschäftsstraße, die nach Angaben Kreutzers die größten Einzelhandelsflächen Lenneps aufweise, hervorgingen. Sie sehen eine platzartige Aufweitung der Flächen vor dem Kreishaus und Hertie vor, um einen Übergang zum Stadtkern Lenneps zu schaffen. Die Idee eines Boulevards liegt nach Auffassung von Klaus Kreutzer nur auf Eis, vom Tisch seien sie noch nicht. "Mit dem Hertie-Gebäude haben wir derzeit über 6000 Quadratmeter Leerstand an der Kölner Straße", sagt er.

Thomas Schmittkamp von Lennep Offensiv sagt, die Stadt solle beim Investor nachhaken. Er möge eingehend prüfen, ob er den Gehwegstreifen wirklich benötigt. Die Umsetzung des Hertie-Projekts dürfe aber nicht gefährdet werden.

Quelle: RP
 
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