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Remscheid
Kritik an der "Bettensteuer" der CDU

Remscheid: Kritik an der "Bettensteuer" der CDU
Christoph Imber hält nichts von einer Bettensteuer. FOTO: Hertgen
Remscheid. Hoteliers lehnen eine Sonderabgabe für Programm des Teo Otto Theaters ab, sie würde niemandem etwas bringen. Von Christian Peiseler

Die Idee der CDU, eine Bettensteuer zu erheben, um damit mehr Geld für Veranstaltungen im Teo Otto Theater zu haben, stößt auf Kritik. Die Hoteliers in Remscheid wehren sich vehement gegen diesen Vorschlag. Zur Landtagswahl 2017 fordert der DEHOGA Nordrhein genau das Gegenteil. Die bisherige Regelung für "Bettensteuersatzungen" sollen die Politiker zurückzunehmen. Neue dürfe es nicht mehr geben. Außerdem sei Nordrhein-Westfalen ein Geschäftsreiseland. Für die Stadt Remscheid werde unterm Strich von der Förderangabe wenig zu verbuchen sein. Von der "Bettensteuer" sind Geschäftsreisende ausgenommen. Die Hoteliers würden aber einen enormen Bürokratieaufwand haben, ohne jeglichen Nutzen aus der Steuer zu ziehen, heißt es in einer Stellungnahme.

Gegen diese Abgabe für Touristen spricht sich auch Christoph Imber, Geschäftsführer der Agentur 378meter, aus. Die Agentur bietet Gästen verschiedene Führungen an. Imber befürchtet, dass eine solche Abgabe Besucher auf umliegende Städte ausweichen lässt. Damit würde der sogenannte Sofatourismus unterstützt. Damit meint Imber private Zimmervermieter. Diese müssten keine Fluchtwege nachweisen, weder Gewerbe- noch Bettensteuer entrichten und fallen auch nicht unter die Regelung des Mindestlohns, schreibt Imber. Statt einer Bettensteuer fordert Imber die Stärkung der qualitativ hochwertigen Hotels. Auch die Vermarktung von entwickelten Reisepauschalen wie das Fahrradwochenende "Bergisch Biken" oder "Bergisches Werkzeugwochenende" sollten laut Imber gefördert werden. Die CDU will mit den erwarteten zusätzlichen Einnahmen mehr junge Besucher an das Teo Otto Theater heranführen. Dazu sollen nach den Vorstellungen der Christdemokraten mehr Aufführungen gezeigt werden, die den Geschmack des jüngeren Publikums treffen. Das können Musicals sein oder der Auftritt eines fernsehbekannten Comedians, aber auch Konzerte aus dem Bereich des Hip-Hop seien vorstellbar.

Diese zusätzlichen Veranstaltungen im Teo Otto Theater sollen mit dieser Kulturförderabgabe finanziert werden. Die Hotelbesucher sollen aber auch einen Vorteil von der Kulturabgabe haben. Die CDU kann sich vorstellen, den Hotelgästen einen Rabatt auf die Eintrittspreise bei den städtischen Kulturinstitutionen einzuräumen. "Wenn wir das Theater weiter erhalten wollen, müssen wir etwas tun, um die Besucherzahlen zu erhöhen", sagte Nettekoven bei der Vorstellung der Idee.

In den vergangenen Jahren ist der Theateretat drastisch geschrumpft. In der kommenden Saison gibt es ein Drittel weniger an Aufführungen. Über den Antrag soll in der Ratssitzung im September abgestimmt werden.

Quelle: RP
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