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Remscheid
Kultur von Mensch zu Mensch

Remscheid: Kultur von Mensch zu Mensch
Anna Winkels managt seit dreieinhalb Jahren die Klosterkirche, in Lennep fühlt sie sich wohl. Jürgen Moll FOTO: Moll Jürgen
Remscheid. Anna Winkels ist als Veranstalterin seit drei-einhalb Jahren für den Kulturort Klosterkirche zuständig. Bei der Programmgestaltung ist Fingerspitzengefühl gefragt. Im Umgang mit Mitarbeitern, Künstlern und Publikum zählt für sie das Menschliche besonders. Von Bernd Geisler

Wer zum ersten Mal den großen Veranstaltungssaal der Klosterkirche (Minoritensaal) betritt, der kann sich des Eindrucks nicht erwehren, "heilige Hallen" zu betreten. Die luxuriös anmutende Bescheidenheit der steinrauen Wände und die vom Boden bis zur Decke emporragenden Lichtöffnungen, die das Licht herein- aber die Welt draußen lassen, erzählen fantastische Geschichten und singen Lieder von alten und neuen Zeiten.

Anna Winkels erlebte vor ihrer Bewerbung als Kulturveranstalterin der Klosterkirche eine Veranstaltung als Besucherin mit. Kein Wunder, dass der Besuch Eindruck hinterließ. Und jetzt arbeitet die gelernte Diplom-Medienwirtin bereits dreieinhalb ihrer knapp 20 Berufsjahre in der Klosterkirche und fühlt sich dem Verein Klosterkirche, den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern, dem Gebäude und besonders dem Publikum verpflichtet. Sie freut sich, wenn viele Besucher das Kirchenschiff füllen. Und es tut ihr "als Sensibelchen" (Winkels) leid, wenn nur wenige Besucher wie verloren auf den Stühlen sitzen. Selbstverständlich sollen die Künstler auch eine gute Resonanz des Publikums genießen. "Das bergische Publikum braucht ein bisschen Anlauf, ist aber dann zur Euphorie fähig", weiß sie. Die Bergischen lassen sich gerne vom Künstler "wachküssen".

Das ist anders als etwa in Köln, wo sie auch viele Jahre lang Veranstaltungen organisierte: "Dort freuen sich die Leute schon, dass sie selber da sind." Trotzdem gilt für jede Veranstaltung: "Schön ist, wenn es uns allen gelingt, bereits im Vorfeld das Publikum anzusprechen und dann mitzunehmen." Sie kennt beide Seiten, die der Künstler und die der Veranstalter. Die Künstler müssen locken, der Veranstalter muss es umsetzen und die Leute in die Klosterkirche bewegen. Klar, dass dazu auch eine stimulierende Vorberichterstattung zählt.

In Lennep stoße sie mit interessanten Kooperationen auf große Beachtung, wie etwa französische Chansons zusammen mit den Remscheider Quimper-Freunden, ein Operettennachmittag zum Muttertag und besonders die Zusammenarbeit mit den Schulen - vom Grundschulalter bis zum Abitur. Im November werde der Wissenschaftskabarettist Vince Ebert sein neues Programm "Zukunft is the future" in Kooperation mit dem Röntgenmuseum präsentieren. Winkels hofft, damit auch außerhalb des gewohnten Publikums "wissensdurstige" Besucher zu faszinieren.

Den üblichen Rahmen sprengt die Radreisende Nicola Haardt, die im Juni einen Bildervortrag über anderthalb Jahre mit dem Fahrrad von "Bochum zum Baikal" halten wird. Winkels kennt den Vortrag und spricht darüber mit großem Überschwang. Nebenbei: Sie verbringt regelmäßig zu zweit den Sommerlaub auf dem Rad quer durch Europa. Anna Winkels hat auch ein Auge auf die Haushaltslage der Klosterkirche. Deshalb freut sie sich über Spenden, die an die Stiftung der Klosterkirche gehen. So komme hier alles zusammen: Publikum, Künstler und Veranstalter. Für sie ist das Wichtigste dabei: "Das Menschliche - es zählt."

Quelle: RP
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