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Remscheid
Kunstschule - mit wenig Personal viel erreicht

Remscheid. Dorothee Mügge, Leiterin der Kunstschule, sucht nach dem Weggang von verdienten Mitarbeitern erfahrenes Personal. Die Zahl der Schüler hat sich durch das neue Kursangebot auf fast 60 erhöht. Von Christian Peiseler

In ihren ersten zehn Monaten als Leiterin der Kunstschule hat Dorothee Mügge Erfahrungen gesammelt, die nicht unbedingt vergnügungssteuerpflichtig sind. Bei der Vorstellung ihrer Arbeit im Kulturausschuss verglich sie ihre Aufgabe mit dem zunächst verzweifelten Versuch des Wäschewachens. Zunächst habe sie festgestellt, dass kein Waschpulver vorhanden ist. Dann sei ihr aufgefallen, dass die Waschmaschine defekt ist. Und am Ende musste sie entdecken, es gibt überhaupt gar keinen Wasseranschluss. Zehn Monate habe sie in der Schule nun aufgeräumt, auf allen Ebenen. Die "Waschmaschine" ist inzwischen angeschlossen. Doch sie läuft noch nicht so, wie es sich Dorothee Mügge wünscht.

Zum ersten April hat die langjährige Mitarbeiterin Magdalena von Rudy die Schule verlassen. Die Künstlerin aus Wuppertal widmet sich drei Jahre lang einem Forschungsprojekt. "Es ist sehr schwierig, erfahrene Kunstvermittler zu finden", sagt Mügge. Und vor allem Künstler, die spartenübergreifend arbeiten.

Der Anspruch der Kunstschule ist hoch. Sie bietet keinen speziellen Malkurse an, bei denen Kinder das Handwerk des Aquarellierens lernen. Sie stellt in ihren Werkstätten für die Kinder Freiräume her, in denen sie sich ausprobieren ohne direkte Vorgaben. Ob sie nur Töpfern, Puppen basteln, Malen, Theater spielen oder einen Videofilm drehen, entscheiden die Kinder selbst. Und manchmal verbindet sich das eine mit dem anderen. Für die Kunstvermittler gehört es zum Handwerk, auf vielen Gebieten Hilfestellungen geben zu können. "Die Kinder regieren uns", sagt Dorothee Mügge.

Im Vollwaschgang kann Mügge die Kunstschule noch nicht fahren. Die Basisangebote werden gut angenommen, wie sie ausführte. Die Zahl der Kursteilnehmer habe sich von 35 auf fast 60 erhöht. Es gebe neun Kurse, neben Basiskursen auch ein Mappenkurs für Schüler, die sich an einer Kunsthochschule bewerben wollen. Außerdem bietet die Kunstschule offene Kurse an und Angebote in Kremenholl.

Zwischen 60 und 110 Schüler nehmen das gesamte Angebot der Kunstschule wahr. Es könnten aber noch mehr sein, sagt Mügge. Realistisch sei für sie eine Schülerzahl von 150 bis 200 im Monat. Die Zahl ließe sich steigern, wenn mehr Erwachsene die Kunstschule besuchen würden. Doch mit der aktuellen Personaldecke sei dieses Ziel nicht zu erreichen.

Mügge hat eine 19,5 Stunden-Stelle. Das bezeichnet sie als eine "prekäre Situation". Außerdem sei die Bezahlung der Honorarkräfte mit 29 und 32 Euro pro 60 Minuten sehr gering. Sie bemängelte außerdem, die Kunstschule werde meist nur als Kostenfaktor gesehen. "Ich sehe viel Potenzial in dieser Stadt", sagt Mügge.

Nicole Grüdl-Jacobs, Leiterin des Kommunalen Bildungszentrums, erklärte zur Zukunft der Kunstschule in den Räumen an der Scharffstraße, dass es noch nicht genau feststehe, wie die Kunstschule dort untergebracht werde.

Fragen zur Arbeit der neuen Leiterin der Kunstschule gab es von Seiten der Politik keine. Klaus Küster betonte, das Projekt Kunstschule müsse gestärkt werden, Karl Heinz Humpert erinnerte daran, dass die Kunstschule damals gerade noch gerettet werden konnte.

Quelle: RP
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