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Remscheid
Kunstschule - Vergleich soll Gerichtsstreit beenden

Remscheid. Richterin am Arbeitsgericht weist auf Ungereimtheiten bei der Entlassung von Dorothee Mügge hin. Von Henning Röser

Mit einer einvernehmlichen Trennung könnte der Arbeitsgerichtsprozess zwischen der fristlos gekündigten Leiterin der städtischen Kunstschule, Dorothee Mügge (43), und der Stadt Remscheid enden. Die erste Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Wuppertal schloss gestern mit einem Vergleichsvorschlag, bei dem die Richterin Dr. Deike Hempel weitgehend den Vorschlägen der Anwältin der geschassten Mitarbeiterin folgte. Demnach würde Frau Mügge, die bislang ein knappes Jahr ihres auf zwei Jahre befristeten Vertrages erfüllt hat, zum 30. Juni 2016 bei der Stadt ausscheiden, erhält aber noch eine Abfindung in Höhe von 10.500 Euro für die Zeit bis zum 31. Januar. Offiziell endet der Arbeitsvertrag über eine halbe Stelle im Juli 2017. Zudem erhielte sie ein wohlwollendes Arbeitszeugnis der Stadt, in dem auch das Bedauern über ihr Ausscheiden ausgedrückt wird.

Ihre Mandantin hätte den Arbeitsplatz erhalten wollen, sei zu Gesprächen bereit, sagte Anwältin Stefanie Maas. Die Tatsache aber, dass der arbeitsrechtliche Konflikt durch Presseveröffentlichungen öffentlich geworden sei, habe das Blatt gewendet.

Aus Sicht von Richterin Deike Hempel hat das Arbeitsverhältnis von Anfang an unter keinem guten Stern gestanden. Es habe Unklarheiten über die zu erledigenden Aufgaben gegeben und auch die Hierarchien in dieser Abteilung der Stadt seien nicht klar gewesen. "Wer ist für was zuständig?", das sei die Frage gewesen.

Dabei habe es auch Defizite in der Kommunikation gegeben. Anstatt das direkte Gespräch mit der kritisierten Kunstschulleiterin zu suchen, sei vornehmlich über E-Mails kommuniziert worden. Auch habe es von Seiten der Stadt keine Vorstufe zu der Kündigung gegeben, etwa mit einer Abmahnung.

Die Anwältin der Kunstschulleiterin interpretiert dieses Vorgehen so: Ziel der Stadt sei es gewesen, dass Frau Mügge "die Lust an der Arbeit verliere". Die Mails seien gespickt mit persönlichen Vorwürfen.

Rechtsanwalt Oliver Teubler, der die Stadt vertritt, sah dagegen auf Seiten der Kunstschulleiterin keinerlei Bereitschaft zur Selbstkritik. Bei der Stadt sei der Eindruck entstanden, sie sei "nicht steuerbar".

Teubler sagte, dass das Ziel nun "ein sauberer Schnitt" in der Angelegenheit sein müsse. Zwei Wochen Zeit hat die Stadt, um über ihren Anwalt zu dem Vergleichsvorschlag Stellung zu nehmen. Sollte dieser nicht angenommen werden, will die Kammer im Herbst ihr Urteil verkünden.

Für Dorothee Mügge, alleinerziehende Mutter einer vierjährigen Tochter, hat sich derweil eine zarte Perspektive für die Zukunft ergeben. Sie habe eine - zunächst befristete - Stelle in Aussicht, sagte Anwältin Stefanie Maas. Mügge, Nachfolgerin von Charles Wesseler, war für die Stelle bei der Stadt von Hamburg nach Remscheid gezogen.

Quelle: RP
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