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Remscheid
Lagerfeuerromantik mitten in der City

Remscheid. Sängerin Elizabeth Carlton aus den USA und der Londoner Gitarrist Paul Bonin boten im "Rack" ein Wohlfühlkonzert. Von Hagen Thiele

Songdienlicher Minimalismus an der Gitarre und gefühlvoller Gesang waren die Zutaten, mit denen die Sängerin Elizabeth Carlton aus den USA und der Londoner Gitarrist Paul Bonin am Montagabend ein Wohlfühl-Konzert im Rack'n'Roll gaben. Als "The Wildfires" ließen sie Lagerfeuerromantik durch die Billardkneipe wehen und die Alltagssorgen schnell vergessen. Mit sanften Balladen, kraftvollen, lebensbejahenden Stücken und romantisch-verträumten Kompositionen gelang ihnen das auf ganzer Linie.

"Das ist ein Song über Songs", erklärte Bonin vor einem der Einstiegslieder, welches auch gleich das stilistische Korsett für die folgenden Stücke schnürte. Fragile Melodien auf der Gitarre trafen auf anrührenden Gesang. Es war wohl kaum ein Zufall, dass eine Besucherin schon nach wenigen Minuten leise zu ihren Begleitern flüsterte, dass die Stimmen hervorragend seien. Gesanglich stand zwar vor allem Carlton im Fokus, doch auch Bonin überzeugte, wenn er selbst einige Verse beisteuerte. Besonders die mehrstimmigen Parts überzeugten mit großem Volumen und viel emotionaler Tiefe.

Die Chemie zwischen der Amerikanerin und dem Briten, die im Übrigen gemeinsam in Berlin leben, stimmte hervorragend. Sie verstanden sich blind, tauschten dennoch oft genug vielsagende Blicke aus. Man merkte den Musikern an, dass ihnen ihre Musik eine echte Herzensangelegenheit ist. Entsprechend gefühlvoll boten sie die Lieder dar. Die uneingeschränkte Harmonie wurde etwa auch bei "One and the same" deutlich. "Das Stück beschreibt das Lebensgefühl einer Band", sagte Boning und scherzte, laut Wikipedia sei auch ein Duo bereits eine ausgewiesene Musikergruppe. Kräftige Akkorde, Rhythmen vom Tamburin und die zwei charismatischen Stimmen ergaben bei dem Stück ein einträchtiges Ganzes. Das Gefühl von Harmonie verströmte auch der Song "Heart of Winter", den "The Wildfires" nach ihrem vergangenen Auftritt im Rack'n'Roll Anfang des Jahres komponiert haben. Damals spielten sie wegen Schneefall vor leerem Haus. Doch statt Groll gegen die kalte Jahreszeit zu hegen, schrieben sie ein Stück mit friedlicher und tröstlicher Atmosphäre, das - wenn man Bonin glaubt - sogar als Ode an den Winter gemeint ist. Als einziges Manko eines sehr gelungenen Konzerts erwies sich die womöglich etwas zu ausgeprägte Harmonie. Während die einen Besucher sich ganz auf die Lagerfeuerromantik einließen, meinten andere, dass ein paar mehr Ecken und Kanten der Gruppe gutgetan hätten, um durchweg musikalische Spannung zu bieten.

Quelle: RP
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