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Remscheid
Land gibt Geld - Sozialarbeit an Schulen geht 2018 weiter

Remscheid. Stadt will aber kein Geld mehr in die Arbeit investieren. Von Henning Röser

Die Schulsozialarbeit in Remscheid kann für ein weiteres Jahr fortgesetzt werden. Wie die beiden Remscheider Landtagsabgeordneten Jutta Velte (Grüne) und Sven Wolf (SPD) gestern vermeldeten, wird die rot-grüne Landesregierung die Gelder für das Jahr 2018 in den Haushalt stellen.

Derzeit kümmern sich in Remscheid elf Sozialpädagogen und Sozialarbeiter darum, dass Kinder und Jugendliche aus armen Familien wie ihre Altersgenossen am normalen gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Sie helfen Eltern, die sogenannten BUT-Zuschüsse zu beantragen. Die Gelder aus dem Bildungs- und Teilhabepaket sind dafür gedacht, dass ein Kind in einen Sportverein eintreten kann, Nachhilfe erhält oder Gitarrenunterricht. Die Schulsozialarbeiter helfen bei den Anträgen, bieten ein bis dreimal in der Woche Sprechstunden an.

Das wirkt. 2000 Anträge wurden mit ihrer Hilfe im Jahr 2015 gestellt, berichtet Gerda Spaan vom Verein "Die Verlässliche", der sich bei diesem Thema um Kinder im Grundschulalter kümmert.

Bislang ist das Projekt in Remscheid bis Ende 2017 gesichert. Neben dem Landesanteil von 356.000 Euro steuert auch die Stadt 200.000 Euro pro Jahr bei. Insgesamt stehen also 556.000 Euro für die Schulsozialarbeit zur Verfügung.

Das soll allerdings ab 2018 nicht mehr so sein. Wie Sozialdezernent Thomas Neuhaus gestern auf BM-Nachfrage erklärte, hat sich der Verwaltungsvorstand in seiner gestrigen Sitzung darauf geeinigt, dass die Stadt ihren Zuschuss künftig nicht beibehalten wird. Zwei Gründe führt Neuhaus für diese Haltung an. Einerseits sieht die Stadtspitze im neuen Haushaltsplan keinen Spielraum mehr für diese Ausgabe. Außerdem soll mit dieser Kürzung der Druck auf den Bund erhöht werden. Denn eigentlich springen Land und Stadt aus ihrer Sicht nur für den Bund in die Bresche. Der hatte zu Start des Teilhabegesetztes auch Geld für die Schulsozialarbeit gegeben, sich 2013 aber aus der Finanzierung verabschiedet.

Ob der Rat diese Haltung der Verwaltung akzeptiert oder eigene Akzente setzt, dazu wollte sich Sven Wolf, der auch Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion ist, gestern im BM-Gespräch nicht festlegen. Die SPD werde dazu zunächst auch das Gespräch mit den anderen Fraktionen im Rat suchen. Alle Fraktionen beraten gerade den Entwurf von Kämmerer Sven Wiertz (SPD) zum Doppelhaushalt 2017/2018.

Auch Wolf betonte, dass das Land und die Kommune nur für den Bund einspringen. Die Schulsozialarbeit sei als soziale Leistung eigentlich "originäre Aufgabe des Bundes". Die Arbeit vor Ort höre nicht auf, betonte Wolf. Jährlich kämen neue Kinder auf die Schulen, immer wieder neue Elterngenerationen brauchten Beratung.

Dass die Landesregierung ihre Zusage jetzt nur für ein Jahr verlängert hat, erklärte Wolf mit der anstehenden Landtagswahl 2017. Man wolle sich nicht zu sehr in das Geschäft der kommenden Landesregierung einmischen.

Quelle: RP
 
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