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Landtagswahl Nrw

Komm nicht mit Problemen, sondern mit Lösungsansätzen. Was Jens Nettekoven als Major den Soldaten in seiner Truppe sagt, empfiehlt er auch seinen CDU-Parteifreunden und Fraktionskollegen. Politische Führung bedeutet für den Partei- und Fraktionsvorsitzenden, sich um Probleme zu kümmern. Dabei setzt er auf eine faire Diskussion um die beste Lösung. Und wenn die Antwort auf ein Problem sich später als falsch erweist. "Man muss auch den Mut haben, im Wind zu stehen, wenn es unbequem wird", sagt Nettekoven. Als Soldat ist ihm diese Haltung nicht fremd.

Nettekoven, Jahrgang 1978, fühlt sich als ein Kind der Bonner Republik. Aufgewachsen in der Metropole am Rhein direkt im Regierungsviertel beobachtete er früh die Großen der damals noch kleinen BRD. Als späterer Personenschützer kam er ihnen bei aller unauffälligen Distanz sehr nahe. Zum Beispiel Bundeskanzler Gerhard Schröder im Bundeskanzleramt. Adenauer zählt er zu den Politikern, die er heute besonders bewundert. "Der Mann konnte die Bürger überzeugen", sagt Nettekoven. Überzeugen und gestalten will auch er. Aber es sei nicht immer einfach, den Leuten die Probleme der Kommunal- und Landespolitik nahe zu bringen. Besuchergruppen im Düsseldorfer Landtag stellen nur sehr wenige Fragen nach Themen der Landespolitik. Es sei zwar kein Politiker, der an jeder Haustüre klingelt. Aber wenn er zusage, sich um etwas zu kümmern, dann passiere das auch. Etwas zu verbessern und zu gestalten sei seine Motivation für seine Arbeit im Landtag und im Rathaus. "Für mich ist es ein guter Tag, wenn ich den Bürgern geholfen und den Oberbürgermeister geärgert habe", sagt Nettekoven.

Ein Leben lang Politiker zu sein - das kann er sich heute nicht recht vorstellen. Einen Job, in dem er um 16 Uhr zu Hause ist, auch nicht. "Ich möchte selbst bestimmen, wann ich mich zurückziehe", sagt er. Noch ist daran nicht zu denken. Seiner Frau hat er versprochen, sollte er wieder in den Landtag gewählt werden, eines seiner vielen Nebenämter abzulegen. Der Liebe wegen zog der Bonner nach Remscheid. Wenn seine Tochter in elf Jahren volljährig wird, soll die Stadt so weit entwickelt sein, dass sie keinen Grund sieht, aus ihrer Heimatstadt wegzuziehen. Nettekoven sammelt aus Leidenschaft, gleichviel ob alte Plakate oder Erinnerungsstücke von Orten oder Personen. Besonderen Gefallen habe er darin gefunden, Bücher mit der Signatur von Prominenten zu besorgen. Ob von Steinmeier, Weizsäcker oder gar vom Papst - in der Bibliothek der Stadtbücherei Lüttringhausen füllen diese Geschenke inzwischen mehrere Regalreihen. Nettekoven selbst zählt sich nicht zu den Buchlesern. Seine wichtigste Informationsquelle sei die Zeitung und das Internet. Der Berufssoldat und studierte Betriebswirt liebt das Ringen. Im sportlichen Zweikampf kennt er sich bestens aus. Ein Kampf auf der Ringermatte kann in letzter Sekunde entschieden werden. Deshalb schaut er optimistisch auf den Wahlabend am 14. Mai. CHRISTIAN PEISELER

Quelle: RP
 
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