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Remscheid
Langsames Fahren kann Leben retten

Remscheid: Langsames Fahren kann Leben retten
Über die Folgen zu schnellen Fahrens informierte gestern die Verkehrspolizei vor der Kita Adolf-Clarenbach in Reinshagen. FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Remscheid. Vor der Kita Adolf-Clarenbach zeigten Polizisten, welche schrecklichen Folgen überhöhte Geschwindigkeit haben kann. Von Hagen Thiele

Ob man zehn Stundenkilometer mehr oder weniger auf dem Tacho hat, mag für Autofahrer nur einen kleinen Unterschied ausmachen. Dass er darüber entscheiden kann, ob es zu einem schweren Unfall kommt oder nicht, wissen die Polizisten Michael Brandenstein und Ralf Wentland von der Verkehrsunfallprävention. Die Elternschaft der Kita Adolf-Clarenbach an der Reinshagener Straße hatte die beiden Beamten gestern eingeladen, um mit einer Demonstration zu zeigen, welche Konsequenzen es haben kann, wenn man zehn Stundenkilometer zu schnell fährt. Das Auto bremst, die Reifen quietschen, dann trifft es unweigerlich auf den 20 Kilo schweren Dummy. Die Attrappe wird davon geschleudert, schlittert über den Asphalt und wird nur durch einen Zaun daran gehindert, noch weiter zu rollen. 15 Meter entfernt kommt der Dummy zum liegen - ohne Kopf. Den anwesenden Eltern ist der Schreck ins Gesicht geschrieben. Die Kinder machen ein ungläubiges Gesicht. "Das ist leider Physik", sagte Wentland am Ende des Experiments. Mit Hütchen hatten die Beamten zuvor markiert, wo ein Fahrer, der mit 30 Stundenkilometern unterwegs ist, die Gefahr erkennt, wann er bremst und schließlich zum Stillstand kommt. Dort hatten sie den Dummy platziert. Als sie das Modell an ein Szenario mit 40 Stundenkilometern anpassten, rückte das Hütchen, bei dem nach einem ersten Schreck schließlich der Bremsvorgang beginnt, bis auf wenige Meter an den Dummy heran. "Was denken Sie, mit welcher Geschwindigkeit der Wagen auf die Puppe prallte?", fragte Wentland die Eltern und löste nach einigen Fehlversuchen auf, dass es immer noch 36 Stundenkilometer waren. "Ich hoffe, es war für uns alle eine nachhaltige Erfahrung", meinte Heike Falk, die eine der Initiatorinnen aus der Elternschaft der Kita ist.

"Unsere Zielgruppe sind die Erwachsenen", sagte Wentland. Dafür gibt es zwei Gründe. Zunächst soll der Teil der Eltern, die selbst Autofahren, für die möglichen Folgen des zu schnellen Fahrens sensibilisiert werden. Eltern sind Vorbilder. "Ihre Kinder lernen von Ihnen, wie sie sich im Dschungel Straßenverkehr verhalten", erklärte Wentland.

Bereits vergangene Woche haben sich die Eltern der Kita für mehr Verkehrssicherheit mit einer Aktion stark gemacht. Mit Holzaufstellern, die ihren Kindern nachempfunden sind, möchten sie Autofahrer nach dem Vorbild der Von-Bodelschwingh-Siedlung auf die Kita aufmerksam machen und dazu bringen, das Tempolimit einzuhalten.

Quelle: RP
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