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Remscheid
Leerstand statt Lebensmittel

Remscheid: Leerstand statt Lebensmittel
Daniela Hirschfeld (37) mit Hund Spike beklagt ist über die aktuelle Einkaufssituation am Hackenberg. Im Hintergrund ist der ehemalige Kiosk zu sehen. FOTO: moll
Remscheid. Was unternimmt die Stadt gegen Ausdünnung der Versorgung in den Wohnsiedlungen? Am Hackenberg stehen einige Ladenlokale leer. Am Hasenberg läuft eine Studie. Von Anna Mazzalupi

Eine Apotheke, ein Bäcker, ein Imbiss sowie eine Kneipe und ein Geschäft für russische Spezialitäten - das Nahversorgungsangebot am Hackenberg bietet zwar nicht sehr viel, aber immerhin noch etwas, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Der kleine Supermarkt an der Ecke Hackenberger Straße/Hans-Potyka-Straße soll allerdings Ende des Jahres schließen. Das bereitet vielen Anwohnern Sorge, so wie Elzbieta Kubika (64). Gerade kommt sie mit zwei vollen Einkauftaschen aus dem Markt, will noch kurz zum Bäcker rein. "Dass man hier noch Lebensmittel einkaufen kann, ist am Wichtigsten. So kann ich zu Fuß gehen. Und wenn ich was vergessen habe, kann ich nochmal schnell gehen", sagt die Hackenbergerin. Den Weg nach Lennep rein will sie dann nur ungern machen, der Spezialitätenladen hätte nicht alles. Sie ist froh über die kleine Kneipe, die auch als Treffpunkt im Stadtteil dient. Könnte sie sich etwas wünschen, wäre das ein kleines Modegeschäft.

Platz dafür gebe es genug. Bleibt der Supermarkt ohne Betreiber, reiht sich die Ladenfläche zu den anderen Leerständen an der Ecke. Das Schild zeigt noch schwach den Schriftzug "Mode El...", der Rest ist nicht mehr lesbar. Die Scheiben sind mit Papier abgehangen. Die erst im September eröffnete Eisdiele hat bereits schon wieder geschlossen. Die Eistütenaufkleber an den Scheiben locken keinen mehr.

"Eine Eisdiele brauchen wir hier gar nicht", sagt Daniela Hirschfeld (37), die mit Hund Spike spazieren geht. Sie erinnert sich noch an den kleinen Lotto Totto-Laden neben dem Chinesen. Jetzt stehen beide Geschäfte leer. Durch die großen Fenster sieht man nur Eimer mit Bauschutt und anderen Baugeräten. Im Hintergrund schimmert noch die asiatische Gestaltung durch. Das Treppengeländer hat schon Rost angesetzt.

Hirschfeld wünscht sich für den Hackenberg wieder ein schickes Restaurant und einen kleinen Zeitungsladen. Dass der Supermarkt schließt, sieht sie kritisch, obwohl sie dort nur Kleinigkeiten kauft. "Das finde ich sehr schade. Gerade für die älteren Leute auch bei uns im Haus ist das schwer". Man müsse mehr für Lennep tun und nicht nur außerhalb, findet sie. Ingrid Bellgard (70) will noch schnell Geld holen. In der Filiale geht das nur noch am Automaten. Sie wohnt in der Karl-Evang-Straße und beobachtet ebenfalls mit Sorge die Entwicklung. "Am meisten fehlen mir Lebensmittel. Wenn ich kein Auto mehr fahren kann, wird es schwierig", befürchtet Bellgrad. "Hier gibt es überhaupt nichts", sagt Anwohnerin Irene Danisch und spricht damit vermutlich vielen Hackenbergern aus der Seele. Ihr fehlen besonders die Post und die Beratung in einer Sparkassen-Filiale.

Quelle: RP
 
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