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Remscheid
Leidenschaft für entschleunigtes Fahren

Remscheid: Leidenschaft für entschleunigtes Fahren
Die Treckerfreunde kamen in diesem Jahr nicht so zahlreich wie früher. FOTO: Hertgen Nico
Remscheid. Die Treckerfreunde feierten ihren zehnten Geburtstag. Erstmals gab es auch ein Fahrerlager.

Die Treckerfreunde Remscheid feierten am Wochenende mit ihrem beliebten Trecker-Treffen auf dem Lenneper Schützenplatz ihr zehnjähriges Vereinsbestehen. Trotz einiger Konzept-Innovationen - Musikband und erstmaliges Fahrerlager - vermieste ihnen am Samstag das trübnasse Wetter das runde Jubiläum.

Dicht an dicht reihten sich die historischen Fahrzeuge auf dem Lenneper Schützenplatz aneinander. Wie wertvolle Schmuckstücke begutachteten die Treckerfreunde und Fans die bulligen Gefährte, erkundigten sich bei ihren Besitzern nach Baujahr und Leistung. Im Vergleich zu anderen Jahren standen diesmal aber überraschend wenige Trecker auf dem Gelände. Gerade mal 20 Stück hatten es nach Lennep geschafft. "Das Wetter hat viele davon abgehalten, mit ihren Treckern zu kommen", bedauerte Manfred Dörpfeld, Schriftführer und Gründer des Vereins. Dafür reihten sich umso mehr Wohnwagen seitlich der Ausstellung an. Erstmals hatten die Treckerfreunde ein Fahrerlager organisiert, indem ihre angereisten Gäste aus der gesamten Region im eigenen Wohnwagen übernachten konnten. Eigentlich hätten es viel mehr Fahrzeuge sein können, die zur Ausstellung bereit gestanden hätten, denn: "Im Verein haben wir insgesamt rund 130 Fahrzeuge", erklärte der 75-Jährige stolz. "Unsere älteste Maschine ist von 1880." Vor zehn Jahren gründete er mit sechs weiteren Treckerfans den Verein, der seitdem Hobbyschrauber und Sammler von historischen Landwirtschafsmaschinen vereint. Konkrete Zukunftspläne haben die Treckerfreunde, denen es deutlich an Nachwuchs fehlt, nicht. Aktuell gehören ihm 26 Mitglieder an. Überraschenderweise befindet sich unter ihnen kein einziger Landwirt. Genutzt werden ihre Fahrzeuge ohnehin nicht mehr für ihren eigentlichen Zweck. "Einigen von uns gehört noch ein Stückchen Wald, aber da fahren wir nicht mit den Maschinen rein", sagte Udo Kwiatkowski, seit März erster Vorsitzender des Vereins. Genutzt werden die Fahrzeuge der Mitglieder für Sonntagsfahrten oder Ausflüge zu anderen Trecker-Treffen im ganzen Land, wie Dörpfeld erzählte: Regelmäßige Vereinsfahrten an die Mosel gehören nämlich zum Vereinsleben dazu, auch wenn längst nicht mehr so viele mitfahren. "Bei solchen Ausflügen sind wir meist nur noch mit vier oder fünf Treckern unterwegs", sagte Kwiatkowski. "Dafür muss man schon ein bisschen bekloppt sein", sagte Dörpfeld.

Mit den Treckern, die bergauf 20 km/h schaffen und bergab mit etwas Rückenwind, bis zu 35 km/h, dauere eine solche Fahrt schon mal bis zu zwölf Stunden. Da gehört schon viel Leidenschaft dazu, um so durch die Gegend zu brummen.

(seg)
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