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Remscheid
Leiharbeit hilft kaum aus Arbeitslosigkeit

Remscheid. Freie Wohlfahrtspflege appelliert für mehr Hilfe. Dezernent Neuhaus sieht positive Entwicklung. Von Christian Peiseler

Hartz-IV-Empfänger haben kaum Chancen am Arbeitsmarkt. Das ist das Ergebnis einer Analyse, zu der die Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege Remscheid kommt. Die Analyse stützt sich auch den aktuellen Arbeitslosenreport NRW, der quartalsweise gemeinsam von den Wohlfahrtsverbänden in Nordrhein-Westfalen veröffentlicht wird. Demnach gelang es 2015 pro Monat durchschnittlich nur 1,6 Prozent der Hartz IV- Empfänger, eine sozialversicherungspflichtige Stelle zu finden. Bei den Hartz-IV-Empfängern, die den Ausstieg aus dem Leistungsbezug schaffen, sei dies häufig nicht von Dauer. Von 3321 Hartz-IV-Empfängern, die 2015 den Leistungsbezug beendet haben, mussten 28,5 Prozent innerhalb von drei Monaten erneut Unterstützung vom Jobcenter beantragen.

Dieser Einschätzung widerspricht Sozialdezernent Thomas Neuhaus. Die Zahlen der Arbeitsgemeinschaft seien veraltet. Remscheid sei im Vergleich zu 14 anderen Städten mit ähnlichen Strukturen führend bei der Vermittlung in feste Arbeitsverhältnisse. Die Kosten für Transferleistungen sind gefallen, die Zahl der Bedarfsgemeinschaften gesunken. "Wir leisten gute Arbeit", sagt Neuhaus.

Ein häufiger Grund für den Rückfall in Arbeitslosigkeit seien instabile und befristete Jobs, zum Beispiel in der Leiharbeit, meinen die Wohlfahrtsverbände. Landesweit gesehen belegt die Leiharbeitsbranche mit 28 Prozent Platz eins der Arbeitgeber für vormals arbeitslose Hartz-IV-Empfänger. In Remscheid kamen 42 Prozent der Arbeitslosen im Hartz-IV-System, die zwischen Juli 2015 und Juni 2016 eine sozial-versicherungspflichtige Arbeit aufnahmen, in der Leiharbeit unter, heißt es in dem Bericht. Landesweit zeige sich, dass die Arbeitsverhältnisse in der Leiharbeit nur von kurzer Dauer sind.

Nach Ansicht von Thomas Neuhaus ist die Leiharbeit, trotz mancher Kritik, weiterhin ein Instrument, um Menschen in Arbeit zu bringen. "Es genügt nicht, Menschen nur kurzfristig in Arbeit zu bringen, sie müssen dauerhaft in Arbeit bleiben" sagt Florian Schäfer, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege Remscheid. "Sie brauchen auch nach der Aufnahme einer Beschäftigung aktive Unterstützung."

Quelle: RP
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