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Serie Stadtgeschichte(n)
Lennep blickt hinaus in die Welt

Serie Stadtgeschichte(n): Lennep blickt hinaus in die Welt
Alte Zeitungsbände der "Rheinischen Post" befinden sich im Stadtarchiv. FOTO: Moll Jürgen
Remscheid. In einer Serie stellen wir besondere Fundstücke aus dem Remscheider Stadtarchiv vor. Es sind historische Dokumente, die Geschichte und Geschichten erzählen - wie die des 1830 erstmals erschienenen Lenneper Kreisblatts. Von Bernd Bussang

Es fing an mit vier Seiten. Fotos oder Zeichnungen? Fehlanzeige. Stattdessen Verlautbarungen vornehmlich von Polizei, Kirchen, Kreisverwaltung, kurzum einer staatstragenden Obrigkeit. Und doch war das Lenneper Kreisblatt damals an jenem Mittwoch seines Erscheinens eine kleine Sensation. Denn Zeitungen waren am 2. Juni 1830 noch Mangelware, und die deutschen Staaten, die noch unvereinigt nebeneinander bestanden von der Pressefreiheit wie wir sie kennen himmelweit entfernt.

Es war die Zeit des Vormärz, und der deutsche Biedermeier begann sich langsam die Schlafmütze abzustreifen. Initiator dieser Zeitung, die zunächst zweimal wöchentlich erschien, war der Lenneper Landrat von Bernuth. Als Herausgeber und Drucker fungierten der Lenneper Rektor Johann Heinrich Müller und Johann Heinrich Schumacher. Von Lennep aus blickten sie in eine damals noch sehr überschaubare Welt. Schumacher hatte seine Druckerei an der Schwelmer Straße. Nach mehreren Umzügen wechselten Druckerei, Verlag und Redaktion 1925 in ein größeres Haus an der Kölner Straße, Ecke Jägergasse. Dort blieb die Redaktion bis Ende der 1980'er Jahre, nachdem die Druckerei bereits 1975 nach Düsseldorf verlegt worden war. Das dortige "Rotationstheater" erinnert bis heute an die alten Druckmaschinen. Nachdem schon 1943 das Kreisblatt mit dem "Wermelskircher Tageblatt" und der "Bergischen Volkszeitung" zwangsvereinigt worden war, gab es 1949 einen Neuanfang. Die "Bergische Morgenpost" erscheint als Nebenausgabe der "Rheinischen Post" für das Bergische Land. Das Signet "Lenneper Kreisblatt" ziert bis heute den lokalen Zeitungskopf der "Bergischen Morgenpost".

Zeitungsbände von Kreisblatt und Morgenpost befinden sich im Stadtarchiv und sind dort für Besucher einsehbar.

Quelle: RP
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