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Remscheid
Lennep lässt es krachen

Die besten Bilder vom Oktoberfest in Lennep
Die besten Bilder vom Oktoberfest in Lennep FOTO: Hertgen, Nico
Remscheid. Oktoberfest in Lennep, 20:30 Uhr: Von Weitem schon schallt dem erwartungsfrohen Gast "Ein Prosit der Gemütlichkeit" entgegen. Von Bernd Geisler

Am Eingang des Festzeltes schlägt ihm hitzige, von Menschmassen geschwängerte Luft wie eine Wand aus heißer Watte entgegen. Die Augen müssen sich erst ans schummrige Licht gewöhnen, die Ohren an die Lautstärke. Aber dann - beim Drängeln quer durchs Zelt- triumphieren die Gerüche Bier. Die ausgelassene Fröhlichkeit ausverkauften Festzelt mit 2000 Besuchern steckt an. Frohsinn allerorten - an und auf den Tischen und Bänken, vor dem Eingangszelt unter den Rauchern, hinten an der Bierausgabe bei den Freunden des Gerstensaftes und besonders auf der Tanzfläche.

Die Band "Die Stieflziacha" lässt es krachen. Legt sie eine Pause ein, füllt die Musiklücke bewährter Disco-Schlager-Penetrantrhythmus, bei dem "jeder mit muss". Er macht auch vor köllschen Karnevalsliedern nicht Halt. Den Besuchern ist es egal, Hauptsache Stimmung.

Wozu gibt es Bänke? Zum Draufstehen und zum Mitschwingen natürlich. Am liebsten in der Rechten eine Maß und die Linke um die Hüfte eines Mädels geschlungen. Das wird manchmal zur reinen Schunkelakrobatik. Dazu gehört auch die traditionelle Oktoberzeltkluft: Jede Menge "Krachlederne", darunter stramme Waden, darüber so mancher stolz getragene, gepflegte Bierbauch. Die Damen im feschen Dirndl, mal superkurz, mal lang, mal mit, und alles blau oder rot-weiß kariert.

Trotz allseits vorhandener Bierseligkeit ist das "Anbandeln" nahezu unmöglich. Bei der gewaltigen Lautstärke der Musik verebben witzige Bemerkungen und lockere Sprüche sang- und klanglos im bajuwarischen Nirwana. Einen Tipp allerdings gibt eine Gruppe von Mädels: Ein "Bub" ohne Krachledernen hat an diesem Abend keine Chance.

Wenn die Band noch spielt: "Atemlos" oder "1000 Mal belogen", gefolgt vom "Zillertaler Hochzeitsmarsch" ist die Masse nicht zu bremsen. Und über allem thront Cheforganisator Klaus Kreutzer, ebenfalls in der Nationaltracht des Abends. Er moderiert mit besonderem Vergnügen die Wahl des schönsten Dirndls und empfiehlt den Juroren aus der Band: "Bitte aufs Dirndl gucken und nicht woanders hin."

Es gibt attraktive Preise, auch die Bergische Morgenpost gehört zu den Stiftern. Nelly aus Radevormwald gewinnt. Sie hat gar nicht mitbekommen, warum sie auf die Bühne gelotst worden war. Sie freut sich riesig: "Ein Grund mehr, um zu feiern." Spaß haben auch die beiden Schwestern aus Lennep-Hasenberg, Michelle und Janine. Sie wollen "Party machen". Deswegen sind sie ohne ihre Freunde gekommen. und stürmen die Tanzfläche.

Quelle: RP
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