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Remscheid
Lenneper Festplatzstreit schwelt weiter

Remscheid. Stadt bleibt bei Robert-Schumacher-Straße als Ersatz für den Kirmesplatz. Vereine halten Areal für zu risikoreich. Von Solveig Pudelski

Osterfeuer, Kirmes, Oktoberfest, Karnevalspartys - welches Fest steigt künftig wo? Auf die Antwort müssen die Lenneper noch warten. Die Vorlage zu dem Thema "Festplatz-Ersatz" wird nicht - wie angekündigt - morgen in der Sitzung der Bezirksvertretung Lennep präsentiert, sondern erst im Mai. Jeder einzelne Vorschlag werde geprüft, bewertet und die jeweiligen Kosten ermittelt, sagte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz auf Nachfrage. "Da sind viele Fachämter beteiligt. Meine Mitarbeiter haben jetzt noch einiges zu tun." Unterdessen hat die Arbeitsgemeinschaft (AG) Lenneper Traditionsvereine - Verkehrs- und Förderverein, Lenneper Karnevalsgesellschaft, Schützenverein 1805 - in einem Brief an den OB den Vorschlag der Stadt zur Verlagerung der Feste auf die Robert-Schumacher Straße abgelehnt und ihren Vorschlag untermauert, der sich auch als Eingabe zur erneuten Offenlage des Bebauungsplans zum Designer Outlet Center wiederfindet. Die Unterzeichner berufen sich auf das Baugesetzbuch und reklamieren für sich, dass die Feste weiterhin in Lennep stattfinden müssen. Notfalls werde man juristisch dagegen vorgehen, dass den Vereinen Festplatzflächen ersatzlos entzogen werden. Nach Vorstellungen der AG solle der Kirmesplatz ertüchtigt, das DOC-Parkhaus an anderer Stelle errichtet werden. Alternativ würde man auch die Fläche an der Karlstraße akzeptieren, die gegenüber dem DM-Parkplatz im Gewerbegebiet Bahnhof Lennep liegt.

Das Schreiben möge Mast-Weisz auch an die Fraktionsvorsitzenden weiterleiten, bitten die Vereine. "Wir wollen keine zusätzlichen Probleme, und wir sind auch keine DOC-Gegner", betont Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins.

Die Ablehnung der Robert-Schumacher-Straße als Ersatzfestplatz begründen die Vereine mit der Rechtsunsicherheit. Wie berichtet, hat der Geschäftsanlieger Klage eingereicht. Feste vor den Türen seiner Mieter wünscht er nicht. Der Gerichtstermin ist noch in diesem Monat. Man gehe davon aus, dass der Kläger nicht locker lasse und durchaus Chance habe, sein Veto gerichtlich durchsetzen zu können, schreiben die Vereine.

Für Mast-Weisz bleibt die Robert-Schumacher-Straße der Festplatz-Favorit, somit die Lösung. Das Osterfeuer könne im Lennepe-Bachtal flackern, das Martinsfeuer in sicheren Feuerkörben auch in der Altstadt. Würde das DOC-Parkhaus verlagert werden und der Kirmesplatz bleiben, müsste das Verkehrskonzept wieder umkrempelt werden - das sei indiskutabel. "Wir brauchen die Karlstraße als letzte Reserve an Gewerbefläche", appelliert er.

Für Klaus Kreutzer ist das Grundstück eher ein Ladenhüter, den die Stadt selbst nach drei Jahren nicht vermarkten konnte. Ein Grund dafür sei "die viel zu hohe Gewerbesteuer", die Firmen abwandern lasse - wie jüngst "Magurit". Im Übrigen würde der Erlös aus dem Grundstücksverkauf zur Schuldentilgung eingesetzt werden müssen. Lediglich die Zinseinsparung würde den Haushalt entlasten. Die Vereine wären bereit, diesen Betrag, rund 5000 Euro, als Platzmiete zu entrichten.

Quelle: RP
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