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Remscheid
Lernen, arbeiten, Abschluss schaffen

Remscheid. Mit Unterstützung der Agentur für Arbeit sollen fähige Mitarbeiter qualifiziert werden. Von Anna Mazzalupi

Maik Dörpinghaus (26) und Mauro Mocco (28) drücken noch einmal freiwillig die Schulbank. Nachdem die beiden vier Jahre als ungelernte Kraft bei der Sapa Precision Tubing Remscheid (Hersteller für Kühlerrohe in der Autoindustrie) gearbeitet haben, wollten sie mehr - einen qualifizierten Berufsabschluss.

Der Firma bleiben Dörpinghaus und Mocco dabei treu. Möglich ist das durch das Förderprogramm "Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Arbeitnehmer im Unternehmen (WeGebAU) der Agentur für Arbeit Wuppertal-Solingen". Statt der dreijährigen Ausbildung lernen sie in der Umschulung die fundierten Grundkenntnisse in zwei Jahren. Das Besondere daran: Während dieser Zeit erhalten sie ihr ganz normales Gehalt.

Die Agentur für Arbeit unterstützt das Unternehmen bei der Qualifizierung ihrer Mitarbeiter mit einem Arbeitsentgeldzuschuss und übernimmt die Kosten für die Weiterbildung, um das Risiko der Arbeitslosigkeit für Geringqualifizierte entgegen zu wirken. "Der Vorteil für Arbeitgeber ist, dass sie den Mitarbeiter schon kennen und ihn einschätzen können, ob er den Abschluss schafft", erklärt Martina Wildförster, Qualifizierungsberaterin für das Programm. Als Voraussetzung muss ein bestehender Arbeitsvertrag vorliegen. Wildförster gibt Entwarnung: Ausbildungsplätze sollen dadurch nicht ersetzt werden. "Um daran teilzunehmen, muss man mindestens drei Jahre Berufserfahrung vorweisen."

In diesem Jahr starten insgesamt 16 Kandidaten in Remscheid in das Programm. Der größte Anteil findet sich in der Pflege wieder. Als Fördermittel stehen für zwei Jahre 2,6 Millionen Euro zur Verfügung.

"Es ist eine tolle Erfahrung, noch einmal in die Schule zu gehen und Neues zu lernen", sagt Dörpinghaus, der eine Ausbildung zum Gärtner absolvierte und nun den Abschluss zur Fachkraft der Lagerlogistik anstrebt. Weil er länger als vier Jahre nicht mehr als Gärtner gearbeitet hat, kann er ebenfalls am Programm teilnehmen.

Italiener Mauro Mocco kam vor fünf Jahren nach Deutschland, arbeitete vorher in Sardinien als ungelernter Elektriker. Er berichtete Sapa-Personalleiterin Stefanie Kaschull von der Fördermöglichkeit und lernt ein Jahr lang in der Lehrwerkstatt der Barmag die Grundkenntnisse für den Abschluss zum Fertigungsmechaniker Maschinen- und Anlagentechnik. "Wir müssen zwar für die Zeit für beide Ersatz einstellen, aber wir sind sehr interessiert daran, dass unsere Arbeiter fundierte Kenntnisse haben", erklärt Kaschull.

Infos bei Martina Wildförster, Tel. 02191 4606553.

Quelle: RP
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