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Remscheid
Letzter Schliff für die Stadtkirche

Letzter Schliff für die Stadtkirche
Noch stehen die Gerüste, aber bald soll die Generalüberholung der Stadtkirche im "Dorp" abgeschlossen sein. FOTO: NH (Archiv)
Remscheid. Seit 20 Jahren wird an der Evangelischen Stadtkirche in Lüttringhausen gearbeitet. Die Baumaßnahmen könnten nun aber bis Weihnachten abgeschlossen sein. Verzögerungen durch frostige Temperaturen. Von Stefanie Knupp

Es wird gebohrt, gehämmert und geklopft. Die Evangelische Stadtkirche in Lüttringhausen bekommt nun eine äußerliche Generalüberholung. Die rund 20-jährige Instandhaltungsphase der Kirche könnte damit noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Das hofft auf jeden Fall Küster Jürgen Kammin. Er ist als kommissarischer Vorsitzender des Bauausschusses im Einsatz, denn einen Kirchbaumeister gibt es momentan nicht. Komplettiert wird das Bauteam durch einen Architekten und einen Bauingenieur des Kirchenkreises Lennep.

Schon in den vergangenen Monaten war die Kirche eingerüstet. Grund dafür war, dass zunächst das Dach komplett erneuert wurde. "Eigentlich sollten die Gerüste für das Dach längst weg gewesen sein", sagt Kammin. Doch es sei zu Verzögerungen gekommen, nicht zuletzt durch die frostigen Temperaturen der letzten Wochen. Seit zwei Tagen sind die Arbeiten jetzt wieder im Gange und die Sanierung der Außenfassade wird weiter vorangetrieben.

"Das sind vor allem baustatische Maßnahmen und Arbeiten zum Wetterschutz", erklärt der Küster. Einige Bruchsteine der Fassade haben sich über die Jahre aufgelöst, wodurch Wasser eindringen konnte. Deshalb müssen sie jetzt ausgetauscht oder neu verfugt werden. Die richtige Substanz zum Verfugen zu finden, stellte sich als schwierig heraus. Man entschied sich deshalb für eine Mörtel-Analyse. "Es wurden Proben des originalen, alten Materials aus dem Jahr 1735 entnommen. Die Zusammensetzung fand man dann in einem Institut heraus", sagt Kammin.

Das zuständige Steinmetzunternehmen, die auf die Sicherung historischer Gebäude spezialisierte Firma Baufeld aus Essen, habe dann die Substanzen gekauft und gemischt. Die Idee dahinter sei, sich so nah wie möglich am Original zu orientieren. "Was schon mehrere hundert Jahre gehalten hat, kann auch noch mal so lange halten."

An der Ostseite der Kirche wird zur Sicherung der Außenhaut zudem eine etwa 20 Meter lange sogenannte "Nadel" eingesetzt. Dazu muss ein eben so langer Kanal quer durch das Gemäuer gebohrt werden. Um Arbeiten dieser Art durchführen zu können, muss das Gerüst zur Stabilisierung noch einmal verbreitert werden. Ganz billig sind die neuerlichen Maßnahmen nicht. Rund 750.000 Euro lautet die Prognose der Verantwortlichen für die Dacheindeckung und die Restaurierung der Fassade.

Aufgrund der Vorerfahrung, die man schon aus der Sanierung des Kirchturms habe, sei diese relativ genau. Den Großteil stemme man aus den eigenen Rücklagen. 15.000 Euro schoss das Land NRW aus dem Denkmalförderungsprogramm zu. "Wir sind damals von den Kosten etwas überrascht worden", erinnert sich Küster Kammin an die Turm-Arbeiten zurück. Sollte sich jetzt eine Übersteigung der veranschlagten Gesamtkosten abzeichnen, könne man deshalb frühzeitiger reagieren.

Jürgen Kammin und die rund 6.800 Gemeindemitglieder dürfen also vorsichtig optimistisch auf ein Ende der Bauarbeiten hoffen. Im besten Fall sollen sie dieses Jahr noch vor Weihnachten abgeschlossen werden. Versprechen kann Kammin aber nichts. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", schmunzelt der Küster.

Quelle: RP
 
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