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Remscheid
Letzter Tag an der Hauptschule Rosenhügel

Remscheid. Seit gestern ist die Hauptschule Rosenhügel Geschichte. Der im Jahr 2011 durch die Politik in Remscheid erfolgte Schließungsbeschluss wurde nun endgültig vollzogen. Damit geht eine Ära von 125 Jahren zu Ende. 1891 wurde am Standort eine Volksschule gegründet, aus der 1968 die Hauptschule Rosenhügel hervorging. Für den letzten Schultag warfen sich Ceyda, Selva, Aleksandra, Hüseyin, Turan und Fatih in Schale. Wie die meisten der 92 Neuntklässler wechseln sie nach den Schulferien zur Hauptschule Wilhelmstraße, wo sie dann in einem Jahr ihren Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife ablegen werden. "Es ist schon traurig. Wir hätten gerne unsere Schulzeit am Rosenhügel zu Ende gebracht", sagt Aleksandra. Von Stefanie Bona

Weil die Hauptschulen generell nicht mehr den Zulauf wie früher haben, votierte der Stadtrat dafür, bis auf die Hauptschule Hackenberg alle anderen Schulen auslaufen zu lassen. Die Entwicklung sieht Rosenhügel-Schulleiter Alfred Wohl nüchtern. "Wir hatten nur noch drei Klassen. Damit kann man keine Schule weiterführen." Ob die Eltern sich tatsächlich von der Schulform in so großer Zahl abgewendet hätten, wenn der politische Wille ihnen diese Richtung nicht aufgezeigt hätte, sei dahingestellt.

Alfred Wohl und Jürgen Schroer, der als Lehrer an die Sekundarschule wechselt, wo er bisher schon teilweise unterrichtet hat, sind überzeugt: "Die Hauptschule Rosenhügel wird in der Remscheider Schullandschaft fehlen. Und sie fehlt schon jetzt." Dieses Feedback habe er schon mehrfach erhalten, sagt Wohl. Denn: Gerne gaben anderen Schulen schwierige Schüler an den Rosenhügel ab. Und dort wurden alle aufgenommen. Jedem eine Chance zu geben, sei immer Teil der Philosophie gewesen, betonen die Pädagogen einstimmig. Zudem betrug der Migrantenanteil an der Hauptschule Rosenhügel zuletzt 90 Prozent. Um die Integration hat man sich damit ebenso bemüht, auch durch eine mulitnationale Vorbereitungsklasse, die bereits 1976 an der Schule installiert wurde. "Weil es uns nicht mehr gibt, verschwinden ja nicht die Problemfälle. Um diese Arbeit müssen sich jetzt andere kümmern", sagt der Schulleiter, der nach 40 Jahren an der Schule Rosenhügel in den Ruhestand wechselt. In die Räume wird sich die bereits seit drei Jahren im selben Gebäude angesiedelte Sekundarschule erweitern.

Die Rosenhügel-Schüler haben mit ihren Lehrern in ihren Klassen Abschied gefeiert. Auch das Kollegium saß zum Abschluss zusammen, wollte dabei aber ausdrücklich unter sich bleiben - ohne Gäste aus Politik und Verwaltung. Ob sich die Lehrkräfte nicht doch ein bisschen abgehängt gefühlt haben? Alfred Wohl bleibt bei dieser Frage zurückhaltend. "Das kann ich nicht bestätigen. Ich weiß es nicht."

Quelle: RP
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